Schierbrok - Für viele Kinder geht im Sommer der Ernst des Lebens los, denn dann heißt es: „Ab zur Schule“. Grundschulen bemühen sich in der Regel, die Einschulung und den Umstieg für die Abc-Schützen so angenehm wie möglich zu gestalten – indem sie zum Beispiel befreundete Kinder in der gleichen Klasse unterbringen: Die Eltern müssen der Schule nur rechtzeitig die Namen der Freunde nennen, mit denen ihr Kind in eine Klasse möchte.
Das klappt aber offenbar nicht in jedem Fall. Eine NWZ-Leserin beklagte sich jetzt über angebliche Ungleichbehandlung bei der Klassenzuteilung an der Grundschule Schierbrok. Ihren Angaben zufolge konnten ausschließlich Eltern von Kindern aus der Schierbroker Kita „Spatzennest“ Wünsche äußern. Für angehende Schulanfänger aus anderen Kindertagesstätten sei dies nicht ermöglicht worden. Nach Angaben der Leserin wurde den betreffenden Familien mitgeteilt, dass die Grundschule wegen eines neuen Konzepts keine Rücksicht mehr auf Freundschaften nehmen wolle.
Früher Buskinder-Klasse
Gaby Goetz, Schulleiterin der Schierbroker Grundschule, wies diese Darstellung auf Nachfrage der NWZ entschieden zurück. „Früher wurden die Klassen nach Buskindern und Fußgängerkindern getrennt“, erklärte sie. Inzwischen werde nach einem anderen System verfahren: Das Klima zwischen den Kindern sei der entscheidende Faktor für die Zusammensetzung der Klasse und nicht die Frage, aus welchem Ortsteil die Schulanfänger kämen. Bereits vor Monaten hatte die Schulleiterin mit einer Mitarbeiterin die verschiedenen Kitas besucht, um sich ein Bild von den jeweiligen Kindern zu machen. Nach Gesprächen mit Erzieherinnen und Erziehern sowie den Eltern seien dann die Entscheidungen über die Zusammensetzung der Klassen getroffen worden.
Bei einem vierstündigen Schnuppernachmittag hatten laut Gaby Goetz alle Eltern die Möglichkeit, mit ihren Wünschen an Schulvertreter heranzutreten. Zusätzlich hätten sie sich bei der Anmeldung und auch noch darüber hinaus im Sekretariat äußern können. „Wünsche, die bekannt waren, wurden berücksichtigt“, sagte die Schulleiterin. Mindestens in einem Fall sei die Schule der Bitte nachgekommen, bei Nennung mehrerer Namen könne jedoch nicht jeder Wunsch erfüllt werden.
Freiwilliges Angebot
Nach Angaben von Sieglinde Jahn, Leiterin des Fachdienstes Schulen, Jugend, Sport im Rathaus, müssen Schulen nicht anbieten, befreundete Kinder in einer Klasse zu unterrichten – die meisten täten dies jedoch. „Schulen gehen bestenfalls auf die Eltern zu“, sagte sie. In welche Grundschule die Kinder kommen, ist durch Schuleinzugsgebiete festgelegt. Von der Gemeinde erfahren die Schulen, welche Kinder eingeschult werden, danach schreiben sie die Familien an. Die Einteilung der Klassen sei Aufgabe der Schulen: „Wir als Schulträger haben keinen Einfluss.“ Zum neuen Schuljahr gibt es in Schierbrok zwei erste Klassen – knapp 40 Kinder werden eingeschult.
