Hollen - Während Jad vorsichtig die Äpfel zerteilt und Maher-Ali mit dem Ball im Garten tobt, schreiben Diaa und Sara feinsäuberlich Einladungen für das große Abschlussfest. Ihre Familien sollen schließlich sehen, was sie im Feriensprachcamp im Regionalen Umweltzentrum (RUZ) Hollen so gemacht haben.
Am Dienstag ging es los. Noch bis Samstag lernen 32 Kinder aus Syrien, Polen, Albanien, Rumänien und dem Irak spielerisch Deutsch. Die Sechs- bis Neunjährigen kochen, pressen Apfelsaft, lernen Rap-Songs, basteln mit Pappmaché, suchen Schätze und spielen Sprach- und Bewegungsspiele.
Zum zweiten Mal richtet das RUZ in Kooperation mit der Bürgerstiftung Ganderkesee das Camp aus. Die Bürgerstiftung unterstützt finanziell und personell, finanzielle Hilfe gibt es außerdem von der Niedersächsischen Lotto-Sport-Stiftung sowie der Gemeinde Ganderkesee und dem Landkreis Oldenburg. Rund 13 000 Euro kostet das Camp. Zu den 19 Betreuern gehören neben Lehramtsstudenten und ehemaligen Lehrern auch Bundesfreiwilligendienstleistende und die Absolventen eines Freiwilligen Ökologischen Jahres im RUZ.
Die Schüler knüpfen schnell Freundschaften – und das nicht nur mit Kindern ihrer Nationalität, berichten Projektleiterin Claudia Kay und Bildungswissenschaftlerin Bettina Schirdewahn. So bleibt ihnen nichts anderes übrig, als Deutsch zu sprechen. „Die Kinder zeigen uns, wie hier viele Nationalitäten friedlich zusammenleben können“, sagt Martin Brinkmann, stellvertretender RUZ-Geschäftsführer.
Der neunjährige Diaa ist mit seiner Einladung fertig. Dem Syrer, der seit zehn Monaten in Deutschland lebt, gefällt im Camp das Kochen am besten. Kartoffelsuppe hat er zubereitet. Was er sonst so erlebt hat, will er beim Fest am Sonntag, 9. Oktober, von 10 bis 12 Uhr zeigen.
