Altenoythe - „Die Süßigkeiten“ – Ania und Natalia sind sich schnell einig in der Frage, was ihnen besonders gefällt – „Schokolade und Zuckerwatte“. Gemeinsam mit 13 weiteren Schülern des Gymnasiums 3 (Publiczene Ginmaszjum Nr 3 im. Czeslawa Niemena) im polnischen Swiebodzin sind die beiden 14-Jährigen seit acht Tagen auf Schüleraustausch in Friesoythe und Altenoythe. An diesem Mittwoch treten sie die Heimreise an.

Mit der Heinrich-von-Oytha-Schule in Altenoythe verbindet die Schule eine seit 2009 währende Schulpartnerschaft. Marzena Celejewska, Deutsch-Lehrerin an der Schule, begleitet gemeinsam mit Englisch-Lehrer Grzegorz Aleksiewicz die Schüler. Für Marzena Celejewska ist die Stadt Friesoythe kein Neuland. „Etwa 30 Mal“ sei sie schon hier gewesen. Grzegorz Aleksiewicz ist zum dritten Mal in Friesoythe – eine „schöne und liebenswürdige Stadt“, die Menschen seien „sehr nett und hilfsbereit“, lobt er. Es gebe viele Gemeinsamkeiten mit Menschen, denen er begegnet sei, etwa die Liebe zur Musik. Auch er selber mache Musik – „und das ausgezeichnet“, wie Wilhelm Wewer, Konrektor der Oberschule, sagt.

In diesem Jahr sei nur ein Junge unter der Gruppe der Austauschschüler, aber, so versichert Marzena Celejewska, der wisse sich schon gegen die Mädchen zur Wehr zu setzen. Im Gymnasium 3 in Swiebodzin sind die Plätze für einen Schüleraustausch mit der Oberschule in Altenoythe heiß begehrt. „Nur fleißige und gute Schüler dürfen mitfahren“, sagt Marzena Celejewska. Die Schüler müssen vor der Teilnahme einen Deutsch-Test bestehen. Sie werden auch mit Alltagssituationen in deutscher Sprache konfrontiert und müssen diese meistern. Deutsch ist ebenso wie Englisch Pflichtfach in der Schule. Wichtig sei auch das Sozialverhalten der Schüler. Gefördert wurde der Austausch vom Deutsch-Polnischen Jugendwerk.

Die 15 Jungen und Mädchen, die bei Gasteltern untergebracht sind, haben seit vergangenen Mittwoch am Schulunterricht teilgenommen, aber auch viele Ausflüge unternommen. „Das Eisenfest war toll“, sagen Ania und Natalia. Dort haben die Schüler etwa bei der Aktion „Schmieden für Europa“ gemeinsam mit Oberschülern Medaillons geschmiedet, die sie an den Austausch und das Eisenfest erinnern sollen. Im Festzelt sahen sie den Auftritt der AC/DC-Coverband AM/FM am Freitagabend und am Sonntag die Band „Flutlicht“ in der Lange Straße. Die Band ist vielen der Austauschschüler ein Begriff, weil sie im Mai beim Besuch der Oberschüler im polnischen Swiebodzin gespielt hatte.

Ein Empfang beim Bürgermeister Johann Wimberg im Rathaus stand ebenso auf dem Programm wie Besuche im Tierpark Thüle, in Oldenburg oder in Bad Zwischenahn. Mit dem Nachtwächter erlebten die Schüler am Montagabend Friesoyther Stadtgeschichte hautnah.

Reiner Kramer
Reiner Kramer Redaktion Münsterland (Stv. Leitung Cloppenburg/Friesoythe)