SCHORTENS - Kritik an der Initiative des Jugendzentrums Schortens zum Bleiberecht für eine vor der Abschiebung ins Kosovo stehenden achtköpfigen Schortenser Roma-Familie hat Ratsherr Janto Just von der Wählergruppe BfB geübt: „Ohne den Rat zu fragen, verfasste das Team des Jugendzentrums zusammen mit Amnesty International eine Petition und versandte diese an alle möglichen Empfänger in ganz Niedersachsen“, so Just. Ebenso wenig stehe es der Jugendzentrumsleitung zu, in der Öffentlichkeit den Eindruck zu erwecken, Abschiebung von Familien finde in Deutschland üblicherweise in der Form statt, „dass kleine Kinder nachts aus den Betten gerissen und in Schlafanzügen abtransportiert“ würden. Auch die Behauptung, dass die Familie im Kosovo im Ghetto landen würde, sei einseitig spekulativ. Just kritisiert, dass der Öffentlichkeit jegliches Verhalten der Eltern in den rosigsten Farben geschildert worden sei. Allerdings könnten die Eltern, obwohl sie bereits vor 15 bis 20 Jahren als Kinder nach Deutschland kamen und genug Zeit zum Lernen hatten, bis heute nur schlecht Deutsch sprechen und weder lesen noch schreiben. „Für die Kinder mag man sich einsetzen, aber es darf nicht verkannt werden, dass die Eltern allem Anschein nur als Anspruchsteller in unseren Sozialstaat integriert sind“, sagt Just.
„Als Angehörige der Roma wird die Familie im Kosovo einer massiven staatlichen und gesellschaftlichen Diskriminierung ausgesetzt werden. Ihnen wird der Zugang zum Arbeitsmarkt, Schulbesuch, zur Gesundheitsversorgung und zu angemessenem Wohnraum erschwert oder sogar verweigert“, sagt dagegen Janita Frerichs von der Amnesty International-Gruppe in Varel. „Nach 20 Jahren Nachbarschaft sollte es unserer Auffassung nach einer Familie möglich sein, nicht nur persönlich sondern auch rechtlich bei uns zu Hause zu sein.“
Der Landkreis Friesland versicherte inzwischen, dass die Duldung der Familie um weitere drei Monate verlängert wird.
