Schortens - Ob Schokoriegel, Erfrischungsgetränke, Joghurts – alles ist in Plastikfolie oder in Plastikbehälter verpackt. Wie viel Verpackungsmüll an bloß zwei Schultagen allein an ihrem Schulkiosk anfällt, darüber waren nicht nur die Schüler der Integrierten Gesamtschule (IGS) Friesland-Nord in Schortens erschrocken. Vier randvoll gestopfte gelbe Säcke machten ihnen klar: Es muss auch anders gehen, es muss doch möglich sein, einen Ausweg aus den Einwegverpackungen zu finden.
Nun probieren sie es mal anders: Schokoriegel und lose Süßigkeiten werden in einem einwöchigen Projekt konsequent in einfaches Butterbrotpapier umverpackt, Joghurt und Getränke in Mehrweg- und Frischhaltebehältern gelagert. Der Müll ist dadurch zwar immer noch nicht aus der Welt, aber es geht erst einmal darum, die Akzeptanz bei den Mitschülern zu testen, sagt Christin Clauser, Fachbereichsleiterin Biologie an der IGS in Schortens.
Der achte Jahrgang befasst sich im Biologieunterricht gerade mit dem Thema „Ökosysteme in unserer Region“, hat dazu die Einwirkung des Menschen auf die Natur im vergangenen Herbst bei einem Projekt zur Renaturierung des Engelsmeers im Forst Upjever hautnah erlebt.
In Zusammenarbeit mit dem Regionalen Umweltzentrum Schortens geht es nun um Plastikmüll und um Müllvermeidung. Schul-Verpfleger und Küchenchef Mario Theiß macht natürlich auch mit und verzichtet, wo immer möglich, auf Plastikverpackungen.
Wie viel Plastikmüll entsteht und wo landet der letztlich? Darum geht es in dem Projekt, das das Bewusstsein für Natur und Umwelt schärfen soll.
Die Schüler finden den Ansatz zwar gut – aber ein Mars, Snickers oder Duplo aus einfachem braunem Butterbrotpapier zu wickeln statt aus bunt bedruckter Knisterfolie – daran muss man sich als Verbraucher wohl noch gewöhnen. Mancher greift ganz umweltbewusst zum Pausensnack, der ganz ohne Plastikverpackung auskommt: In die Obstschale.
