SCHORTENS - Die Stadt Schortens plant die Umwandlung von ein oder gar zwei Grundschulen in Ganztagsschulen. „Mit Blick auf die bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf wollen wir nun auch das Betreuungsangebot für Grundschulkinder am Nachmittag ausbauen“, sagte Schortens’ Bürgermeister Gerhard Böhling bei einem gut besuchten Informationsabend im Bürgerhaus.
Welche rechtlichen Voraussetzungen für die Gründung von Ganztags-Grundschulen bestehen und wie der Antragsweg aussieht, den Schulvorstand und Schulträger einhalten müssen, darüber informierte Volker Beier von der Landesschulbehörde. Er ging auf pädagogische Konzepte, Qualitätsansprüche sowie die unterschiedlichen Formen von Ganztagsschulen ein.
Laut Beier sieht das Niedersächsische Schulgesetz als Regelfall die offene Ganztagsschule vor. Dort steht am Vormittag das Pflichtprogramm auf dem Stundenplan, an den Nachmittagen gibt es freiwillige Angebote, die von der Hausaufgabenbetreuung über sportliche und künstlerische Angebote bis hin zu Projekten an außerschulischen Lernorten reichen können. Laut Beier hat das Land Niedersachsen nun begonnen, die offenen Ganztagschulen schrittweise mit zusätzlichen Lehrerstunden auszustatten.
Wie der Schulalltag an einer Grundschule im Ganztagsbetrieb aussieht, darüber berichtete der Schulleiter der Reilschule in Aurich, Michael Ringelberg. 2006 sei seine Schule zunächst mit einer Probephase ohne zusätzliche Bezahlung der Lehrkräfte, mit einem anfangs noch einfachen Programm und noch ohne Mittagessen in den Ganztagsbetrieb gestartet. Mittlerweile gebe es auch etliche Kooperationspartner wie Firmen und Vereine, die das Ganztagsprogramm fördern.
Schortens will nun herausfinden, an welchen Schulen grundsätzlich die Bereitschaft und Möglichkeit für den Ganztagsbetrieb besteht. In einem weiteren Schritt soll bei einer Elternbefragung der Bedarf ermittelt werden. Erst danach könnten entsprechende Anträge vorbereitet werden.
