SCHORTENS - Das Interesse an der Einrichtung einer Integrierten Gesamtschule (IGS) Friesland ist viel größer als anfangs vermutet: 341 Eltern(paare) würden ihre Kinder mit Beginn des nächsten Schuljahres an einer IGS Friesland anmelden. In den Folgejahren von 2009 bis 2015 würden die bisher befragten Eltern weitere rund 1100 Kinder auf eine IGS Friesland schicken wollen. Diese Zahlen sind aktueller Zwischenstand und basieren auf den Listen von gerade mal sechs Informationsabenden, die das Aktionsbündnis „IGS für Friesland“ in den vergangenen Wochen in Schortens, Jever, im Wangerland sowie in Zetel und Varel abgehalten hat. Die Angaben könnten je nach IGS-Standort allerdings auch wieder etwas sinken.

Dennoch: Die großen IGS-Schülerzahlen (maximal 180 Kinder pro Schuljahr würden genommen) hätten erhebliche Auswirkungen auf die bestehenden weiterführenden Schulen im Landkreis, sagte Aktionsbündnis-Initiator Olaf Lies. Deshalb hat das Aktionsbündnis jetzt in Schortens mit Schulleitern, Lehrern und Schulvorständen das Gespräch gesucht, um deren Sicht der Einrichtung einer IGS zu hören. Und sie hörten durchweg Positives: „Wir sind selbstbewusst und konkurrenzfähig und haben überhaupt kein Problem mit der möglichen Entstehung einer IGS in Friesland“, sagte Insa Hörnle von der Schulleitung des Mariengymnasiums am Außenstandort Schortens. Dort beschäftigt man sich eher mit den Fragen der Finanzierung und welche Gelder dem Gymnasium deshalb vielleicht entgehen könnten.

„Sehr positiv gestimmt“ ist auch Karen Liedigk vom Schulvorstand der Hauptschule in Sande. Die Schule leidet mittlerweile unter akutem Schülermangel und macht sich gemeinsam mit der Realschule in Sande Hoffnungen, möglicher IGS-Standort zu werden.

Plädoyers für die Einrichtung einer IGS in Friesland gaben auch Anka Clemens-Wölbern von der Grundschule Neustadtgödens und Ulrike Oncken-Röben vom Gemeindeelternrat in Sande ab: „Die Auslese der Schüler kommt viel zu früh, an der IGS können sich die Kinder länger in Ruhe entwickeln.“

Die IGS-Befürworter stellten klar, dass sie keineswegs das dreigliedrige Schulsystem abschaffen, sondern ein Zusatzangebot schaffen wollten. Am 10. Dezember will das Aktionsbündnis die Unterschriftenlisten dem Landrat überreichen. Noch im Dezember sind außerdem landesweit zeitgleiche Aktionen aller IGS-Initiativen geplant.