SCHORTENS - In der Diskussion um die städtischen Gelder für die Jugendwerkstatt Schortens haben die Wählergruppe BfB sowie die CDU-Fraktion mit ihren Partnern FDP, UWG und FdU unabhängig voneinander Anträge formuliert, die Einrichtung nicht länger aus dem Etat der Stadt Schortens mitzufinanzieren.

„Der städtische Zuschuss für die Jugendwerkstatt gerät außer Kontrolle“, schreibt Janto Just für die BfB. Just zufolge soll die Förderung seitens der Stadt für die insgesamt 20 Plätze in der Jugendwerkstatt von bislang 125 000 auf 165 000 Euro steigen. „Diese Kosten und ihre Entwicklung sind nicht länger zu vertreten“, sagt Just.

Auch die CDU und ihre Partner wollen nun die Notbremse ziehen: „Die Stadtverwaltung muss umgehend Gespräche mit dem Landkreis Friesland über die künftige Finanzierung der Jugendwerkstatt aufnehmen“, fordert Fraktionsvorsitzender Axel Homfeldt. Ziel muss aber sein, die Jugendwerkstatt zu erhalten. Die Kosten dafür müsse aber spätestens ab 2012 der Landkreis als zuständiger Träger übernehmen.

Seit 1991 kümmert sich die Jugendwerkstatt in Schortens jedes Jahr um Jugendliche ohne Schulabschluss oder um solche ohne Ausbildungsplatz. Insgesamt stehen dafür 20 Plätze in den Fachbereichen Hauswirtschaft, Holz und Metall zur Verfügung. Die Finanzierung trägt zum großen Teil das Land Niedersachsen, Fördergelder gibt es aber auch vom Job-Center, das die Jugendlichen der Jugendwerkstatt zuweist. Die Stadt unterstützt das Projekt als freiwillige Leistung ebenfalls seit vielen Jahren mit weit über 100 000 Euro im Jahr.

Das Klientel der Jugendwerkstatt in Schortens sind junge Leute von etwa 16 bis 25 Jahren. In der Jugendwerkstatt werden die Jugendlichen qualifiziert, holen Versäumtes aus der Schule nach, lernen soziale Kompetenz und selbstbewusst und selbstständig den Arbeitsalltag zu meistern.

Schortens’ Jugendwerkstatt-Leiter Mark Schollmeier weist darauf hin, dass sich die Ausgaben in der Jugendwerkstatt nicht erhöht haben. Vielmehr führten gekürzte Zuschüsse von Land und Job-Center dazu, das die Stadt nun mehr zahlt. Schollmeier zufolge müsse man den gesamtwirtschaftlichen Nutzen der Jugendwerkstatt sehen: Denn für die Jugendlichen falle später auch ein geringerer Sozialleistungsbezug an.

Probleme ganz anderer Art haben sich derweil nebenan im Jugendzentrum ergeben: Der Aufwand für die energetische Sanierung des mit asbesthaltigen Eternitplatten versehenen Dachs ist offenbar größer als zuvor angenommen. Ein Kran nimmt seit wenigen Tagen vorsichtig die Platten vom Dach, die dann in Folie verpackt gleich in einen Container verschwinden. Wegen des Lärms und der Bauarbeiten bleibt das Jugendzentrum am Montag und Dienstag, 14. und 15. Februar, geschlossen. Der Mädchentag am Mittwoch und das Konzert am Freitag sollen stattfinden.

Oliver Braun
Oliver Braun Redaktion Jever