Schortens/Hannover - Große Wildtiere sind zurück in Deutschland. Und jetzt ziehen sie auch verstärkt in die Schulen ein: Das Regionale Umweltzentrum Schortens ist Partner der internationalen Bildungsinitiative EDU-Wildlife. Jugendliche können in den neuen Bildungsprogrammen Wolf, Bär und Luchs ganz praktisch auf die Spur kommen.
EDU-Wildlife nimmt Jugendliche aus Niedersachsen ganz praktisch mit auf die Spur der großen Beutegreifer. Im Austausch mit Bildungspartnern in Niedersachsen und Rumänien befassen sich die Schüler mit der Rolle der Tiere im modernen Europa. Sie betrachten das Zusammenleben mit Menschen im internationalen Vergleich aus verschiedenen Blickwinkeln und entwickeln ein Verständnis für die Sichtweisen verschiedener Interessengruppen. An dem vom Lüneburger Umweltbildungszentrum initiierten Projekt sind aus ganz Niedersachsen zehn Umweltbildungs- und Waldpädagogikzentren beteiligt.
Dr. Dirk Hellberg und Ina Rosemeyer aus dem RUZ Schortens freuen sich, mit EDU-Wildlife dieses spannende Thema in diesem großen internationalen Netzwerk regional anbieten zu können: „Wir arbeiten mit unserem Zentrum nicht nur im eigenen Land, sondern auch mit den rumänischen Umweltpädagogen zusammen und können somit über den Tellerrand hinaus gucken und voneinander lernen.“
Während in Niedersachsen derzeit 22 Wolfsrudel und ein Wolfspaar leben, werden die Bestandszahlen in ganz Rumänien auf ca. 2500 Wölfe, 1300 Luchse und 6000 Bären geschätzt. Ein Rudel besteht aus einem fortpflanzungsfähigen Wolfspaar sowie deren Nachwuchs und den Jungtieren des Vorjahrs, im Durchschnitt bis zu acht Individuen.
Das RUZ Schortens bietet im Rahmen von EDU-Wildlife neue und innovative Bildungsangebote und Projektwochen an. Somit können Schulen die Spannungsfelder aufgreifen und nach Lösungen für ein konfliktärmeres Zusammenleben in Niedersachsen mit dem Wolf suchen. Die Jugendlichen führen in ihrer Schule einen sachlichen Dialog und entwickeln neue Perspektiven auf die Thematik.
Neue Wege geht EDU-Wildlife auch virtuell: Die erste Webseite für Lehrkräfte, Umweltpädagogen und Interessierte ist bereits online: Darauf haben die Tiere ab sofort ihr virtuelles Revier gefunden. Jederzeit und überall Lernen liegt im Trend. Mit dem virtuellen Angebot können sich alle über dieses wichtige gesellschaftspolitische Thema auf einfache Weise informieren.
Gefördert wird die Bildungsinitiative mit rund 450 000 Euro von der Deutschen Bundesstiftung Umwelt, der Niedersächsischen BINGO-Umweltstiftung und dem Niedersächsischen Ministerium für Umwelt, Energie und Klimaschutz.
