Schortens - Wenn Weisheiten des Dalai Lama zitiert und Zeilen aus Kraftschlagern eines – sagen wir mal – Mark Foster in Festreden eingestreut werden, wenn die Schulband aufspielt und nacheinander Schulleiter, Klassenlehrer, Elternvertreter und natürlich auch Schüler ans Rednerpult treten und die schöne gemeinsame Zeit beschwören und betonen, dass nun ein neuer Lebensabschnitt bevorsteht: Dann ist Verabschiedungsfeier und Ausgabe der Schulabschlusszeugnisse.
Alle Prüfungen bestanden
Die Integrierte Gesamtschule Friesland-Nord hat am Freitagvormittag im Bürgerhaus gefeiert: 168 Schüler des zehnten Jahrgangs haben aus den Händen ihrer Klassenlehrer und im Beisein der stolzen Eltern ihre Abschlusszeugnisse in Empfang genommen.
Für die große Mehrheit von ihnen ist das allerdings nur ein Etappenziel: Sie gehen weiter zur Schule, wechseln nun auf die Gymnasiale Oberstufe der IGS oder auf die Berufsbildenden Schulen und stehen in drei Jahren dann noch einmal auf einer Abschlussfeierbühne – dann mit dem Zeugnis der Allgemeinden Hochschulreife.
Einige Zehntklässler haben sich aber auch entschieden, eine Ausbildung zu beginnen und ihre schulische Laufbahn an diesem Punkt (vorerst) zu beenden.
Schulleiter Wolfgang Ernstorfer sprach von einem Jahrgang, der gelernt hat, Verantwortung zu übernehmen und sein Leben in die eigenen Hände zu nehmen. Von den 168 Abschlussprüfungen seien alle bestanden worden, 56 davon sogar mit einer „1“. Insgesamt habe der Jahrgang eine Durchschnittsnote von 2,2 erzielt. „Eine starke Leistung“, lobte Ernstorfer.
Hinzu kommt: 40 Prozent der Schüler haben einen höheren Abschluss erzielt als ihnen – beziehungsweise den Eltern – vor sechs Jahren nach Ende der Grundschulzeit mit der Schullaufbahnempfehlung auf den Weg gegeben worden war.
Der Schulleiter schlug den Bogen von den staunenden Kindern, die vor sechs Jahren nach der Grundschule auf die IGS gewechselt waren, bis zu den jungen Erwachsenen, die sie nun sind und die nun weiter verantwortungsvoll ihren Weg gehen mögen.
Dass sie nun „plötzlich“ ihren Schulabschluss in den Händen halten, sei auch für ihn und das Lehrerkollegium immer wieder ein erstaunlicher Beleg, wie schnell die Zeit verfliegt.
Wehmut klingt mit
Jedem Ende wohnt ein neuer Anfang inne: Diese Erkenntnis schwang in allen Reden mit. Und natürlich gab es auch humorige Blicke zurück auf die Schulzeit und im „Heute Journal“ wurde in Fotos und Filmchen an Schulprojekte, Klassenfahrten, Ausflüge, Wettbewerbe, Schulfeste und viele weitere Erlebnisse erinnert. Eltern dankten den Lehrern, Lehrer dankten den Schülern, Schülern ihren Lehrern und den Eltern und baten um Nachsicht für die nicht immer konfliktfreie Zeit.
Dann durfte noch einmal mal die Schülerband „Season 4“ auf die Bühne. Und überall klang Wehmut mit, weil allen klar geworden ist, dass sich für viele nun die Wege trennen. . .
