SCHORTENS - Schüler erkunden mit Messgeräten ihr Schulgebäude, suchen gemeinsam mit den Mitarbeitern des Regionalen Umweltzentrums (RUZ) Schortens, den Hausmeistern oder Lehrern nach Energielecks, achten auf die richtige Stoßlüftung der Räume, auf offene Türen oder leere Klassen, in denen das Licht brennt. So könnte das Energiesparprojekt, dass federführend vom RUZ betreut wird, an den friesischen Grundschulen praktisch umgesetzt werden.

Über die vielfältigen Möglichkeiten, durch Verhaltensänderungen Energie in Schulgebäuden einzusparen, informierten sich die Fachbereichsleiter der Gemeinden und Städte jetzt im RUZ Schortens. Unter der Leitung von Thomas Myslik vom Energienetzwerk Nordwest (ENNW) wurde an Beispielen erläutert, dass Energiesparen Spaß macht und dass sich Grundschulen wie weiterführende Schulen hervorragend dazu eignen, das Energie-Projekt in den Unterricht einzubinden.

Zehn Prozent des Energieverbrauchs lässt sich in einem Schulgebäude einsparen – und das, ohne dass Investitionen getätigt werden müssten oder dass jemand frieren oder im Dunkeln sitzen müsste, sagt RUZ-Leiter Udo Borkenstein.

Durch einen Vertrag, bei dem die Schulen, das RUZ und die Kommunen jeweils 30 Prozent der eingesparten Summe am Ende eines Abrechnungszeitraumes erhalten, profitieren alle davon. Die Schüler machen eine wertvolle pädagogische Erfahrung und die Umwelt wird entlastet – also auch ein Beitrag zum Klimaschutz.

Auch beim sogenannten Energiecontrolling werden die teilnehmenden Schulen und Gemeinden nicht allein gelassen. Mit einer leichten Statistik, die nach einem für alle teilnehmenden Schulen einheitlichen Verfahren vom RUZ angelegt wird, bekommen die Schulen gerade auch zu Beginn des Projektes ein Mal im Monat eine schnelle Rückmeldung, wie viel Energie eingespart werden konnte.

Zur weiteren Motivation der Schüler könnten Ausflugsfahrten zu Energiefirmen und innovativen Energieprojekten unternommen werden oder pfiffige Ideen der Schüler prämiert werden.

Einen entsprechenden Beschluss für eine Rahmenvereinbarung mit dem RUZ hat jetzt auch der Schortenser Schul-, Jugend- und Sozialausschuss getroffen. 19 von 30 Grundschulen im Landkreis Friesland wollen sich beteiligen, darunter auch vier Schortenser Grundschulen in Heidmühle, Jungfernbusch, Roffhausen und Sillenstede.

Das Projekt wird bereits schon erfolgreich in Emden, Oldenburg und Bremen praktiziert. Dort wurden jeweils rund 20 Prozent Energie gespart.