SCHORTENS - Das Abitur und sogar eine erste Ausbildung in der Tasche, die Berufs- und Studienwünsche schon klar umrissen: Dennoch oder gerade deshalb legen Matthies Müller aus Wittmund und Sarah Neidhardt aus Wilhelmshaven ein Freiwilliges Ökologisches Jahr (FÖJ) ein. Und das absolvieren die beiden 20 und 22 Jahre jungen Leute seit kurzem im Regionalen Umweltzentrum (RUZ ) in Schortens.
„Das Freiwillige Ökologische Jahr soll bei meiner beruflichen Orientierung helfen“, sagt Matthies (20). Langfristig will er Entwicklungshilfe in Dritte-Welt-Ländern leisten, vorher allerdings eine Tischler-Lehre machen und anschließend Forstwissenschaften studieren. Für das FÖJ im Umweltzentrum hat er sich entschieden, „um mein Wissen über Ökosysteme zu vertiefen“, sagt Matthies. Zudem kann er dort durch Bildung und Aufklärung bereits viel für die Umwelt zu tun.
Sarah Neidhart hat vor zwei Jahren an der IGS Wilhelmshaven Abitur gemacht, mittlerweile eine Ausbildung zur Gärtnerin abgeschlossen. Das FÖJ im RUZ will sie nutzen, um sich über ihre berufliche Zukunft klar zu werden: „Ich möchte entweder Landschaftsarchitektur studieren oder vielleicht auch in den Berufsschulzweig gehen – ich hoffe, das Jahr hier im RUZ weist mir den Weg“, sagt die 22-Jährige.
Als neue RUZ-Mitarbeiter kümmern sich Matthies und Sarah um die Kindergeburtstagsfeste in der Umweltbildungseinrichtung, erledigen Büroarbeiten, pflegen den Klostergarten, planen Kinder- und Jugendprojekte und betreuen die AGs der Schulen, die das RUZ regelmäßig besuchen.
In Niedersachen gibt es das FÖJ seit 1987. Landesweit gibt es zurzeit 175 FÖJ-Plätze, weitere Stellen werden auch ins Ausland vermittelt. Vergütet wird die Arbeit mit einem Taschengeld, Verpflegungs- und Unterbringungszuschuss. Das FÖJ wird bei Studienplatz-Vergabe als Wartezeit anerkannt. Kontakte zu FÖJ-Stellen gibt es über die Alfred-Toepfer-Akademie für Naturschutz-NNA/Außenstelle Hildesheim, Am Flugplatz 16 in 31137 Hildesheim.
