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Forschung An Der Schule Akrobatik fürs Gehirn

Jessika Von Seggern

Wildeshausen - Einen etwas ungewöhnlicheren Unterricht bietet zurzeit die Berufsbildenden Schulen (BBS) in Wildeshausen an. Der neue Kursus unter der Aufsicht von Lehrer Uwe Winkler nennt sich „Life Kinetik“.

Unter Life Kinetik versteht man das Training des Gehirns, mit nicht alltäglichen kognitiven, koordinativen und visuellen Aufgaben zurechtzukommen, um neue Herausforderungen überwinden zu können. So sollen für Schüler wichtige Eigenschaften wie die Hör- und Konzentrations- sowie Reaktionsfähigkeit verbessert werden, erklärt Winkler.

Kooperation seit 2014

Um dieses komplexe Fachgebiet der Sportwissenschaft näher erforschen zu können, entstand im vergangenen Jahr eine „so einmalige“ Kooperation zwischen den BBS Wildeshausen und Universität Oldenburg.

Sportwissenschaftsstudent Paul Spaleck hat die Studie übernommen und benutzt die erworbenen, anonymen Daten für seine Bachelor-Arbeit.

„Heute machen wir mit den Schülern zwei Tests“, schildert Spaleck, „diese werden wir in sechs Wochen wiederholen, um zu sehen, ob sich durch das wöchentliche Training von jeweils einer Stunde die Fähigkeiten der Schüler verbessert haben.“

Beim ersten Durchlauf handelt es sich um einen visuellen Test am Computer, wo zwei 2D-Bausteine nebeneinander gestellt werden. Die Schüler sollen nun entscheiden, ob der eine „Bauklotz“ verspiegelt oder rotiert wurde. Diese Aufgabe soll das räumliche Vorstellungsvermögen der Tester darstellen.

Der zweite Test fordert das Gleichgewicht der Probanten. Die Schüler stellen sich auf einen Therapiekreisel, um so ihre Stabilität zu beweisen.

„Das Gute an der Zusammenarbeit mit der BBS ist, dass wir viele Schüler haben, die mir bei meiner Nachforschung helfen und wir so viele Daten erfassen können“, sagt Spaleck. „Diese einmalige Kooperation war im letzten Schuljahr so erfolgreich, dass wir uns in diesem Jahr dazu entschieden haben, das Projekt von einer auf sechs Klassen zu erweitern“ sagt Winkler.

Neben zwei Oberstufenkursen der 12. und 13. Klasse sind auch vier Klassen des neuen 11. Jahrganges an der Forschung beteiligt.

Eine der Klassen dient als Kontrollgruppe und wird somit an nicht an dem wöchentlich Life-Kinetik-Kursus teilnehmen, wo die Schüler ihre Fähigkeiten weiter üben. Neben den beiden testrelevanten Übungen werden auch andere Geschicklichkeiten von den Schülern im Unterricht gefordert, um so „Gehirnjogging“ betreiben zu können.

Bessere Lernfähigkeit

„Wir erhoffen uns dadurch neue Erkenntnisse über das Thema Kinetik zu erfassen, um so die Forschung noch auszuweiten“, sagt Winkler, „Life Kinetik wird den Schülern ganz, ganz viel bringen. Sie werden vor allem von der Konzentrations- und Koordinationsfähigkeit während des Unterrichtes profitieren.“

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