Garrel - Neben Streitschlichtern gibt es an der Garreler Oberschule jetzt auch acht so genannte Schülercoaches, die den Jungen und Mädchen in Fällen von Mobbing als Betreuer zur Seite stehen. Sie wurden in einem halbjährigen Kursus im Rahmen des freiwilligen Nachmittagsunterrichts unter Anleitung der Betreuungslehrerin Annette Fischer-Kösterke ausgebildet.
Von Mobbing spricht man immer dann, wenn ein Schüler über einen längeren Zeitraum gehänselt, beleidigt (persönlich oder im Netz) oder manchmal auch körperlich attackiert wird. „Oftmals reicht es schon, wenn ein Schüler anders gekleidet ist als die anderen Mitschüler“, sagt Jannis Diekmann. Außer ihm absolvierten Vivien Brammer, Anchalee Havermann, Laura Burke, Paul Brauer, Nils Brinkmann, Kithapol Pinitthommanat und Florian Laubach den wöchentlichen Kursus.
In zahlreichen Lerneinheiten und Rollenspielen eigneten sie sich Wissen über das Entstehen von Mobbing und dessen Ursachen sowie Gesprächsführung und Rollenverteilung im Mobbingprozess an. „Wir sprechen uns Mut zu, um Mobbing zu verhindern und zu unterbinden. Schüler untereinander können eher etwas bewirken, als wenn ein Lehrer eine Strafpredigt hält“, so die Gruppe bei der Verleihung der Zertifikate am Montagnachmittag durch Fischer-Kösterke und Schulleiter Markus Berssen.
Jetzt wollen sich die Schülercoaches bei den knapp 700 Schülern der Oberschule bekannt machen. Dann geht es an die neue Aufgaben: Mobbing erkennen, Leidtragende unterstützen, ihnen Mut machen, Tätergespräche führen, die Situation aufklären und Schritt für Schritt mit dem Opfer einen Interventionsplan aufstellen. Eltern, Klassenlehrer, die Beratungslehrer, die Sozialpädagoginnen und die Schulleitung sollen einbezogen werden.
