Barßel - Für zwei Wochen verwandelt der „Traumcircus Sperlich“ die Grundschule Barßel in den „Schulzirkus Barßelino“. Unter Anleitung der Artistenfamilie werden die Lehrkräfte und fast 300 Schüler der Marienschule selbst zu Jongleuren, Dompteuren, Seiltänzern und Clowns.
Der Zirkus hat sein Quartier nicht auf einer Festwiese, sondern auf dem Schulgelände im Schatten der Barßeler Windmühle aufgeschlagen. Seit Anfang der 1990er Jahre tourt die sechsköpfige Artistenfamilie Sperlich mit ihrem pädagogischen Mitmach-Angebot quer durch Deutschland. Gerd Sperlich, Familienoberhaupt und Zirkusdirektor in Personalunion, erklärt das Konzept: „Die Grundidee unseres ‚Traumcircus’ ist es, alle Bewohner der Schulwelt in der Manege zu vereinen: Kinder, Lehrkräfte und auch Eltern. Durch die intensive Arbeit am Gemeinschaftsprojekt Zirkus wollen wir das soziale Klima an den Schulen dauerhaft verbessern.“
Entwicklung fördern
Die Schüler würden während der Projektlaufzeit in ihrer geistigen, sprachlichen und körperlichen Entwicklung gefördert, Lehrer sowie Eltern durch die intensive Zusammenarbeit zusammengeschweißt, meint Sperlich. Vor drei Wochen wurde das Kollegium der Barßeler Grundschule in einem Schnellkursus in die hohe Schule der Zirkuskunst eingeweiht: Feuerspucken, Akrobatik und Sketche standen auf dem Lehrplan.
Die erlernten Fähigkeiten wurden der begeisterten Schülerschaft, im Wechsel mit den atemberaubenden Darbietungen der Vollprofis aus dem Hause Sperlich, Anfang der Woche in einer Vorstellung präsentiert.
Ziel der Veranstaltung: Den Kindern Appetit machen auf die anschließende Workshop-Phase, zum Mitmachen animieren, Vorbild sein. An drei Tagen erlernt nun auch die Schülerschaft der Marienschule das Zirkushandwerk, geleitet von den Fachkräften, begleitet von Lehrkräften und engagierten Eltern.
Öffentliche Vorstellungen
Ihre neu erworbenen Fähigkeiten präsentieren die jungen Künstler diese Woche in öffentlichen Vorstellungen. Barbara Moormann, Schulleiterin, hat jetzt schon auf einem Nagelbrett gelegen. Sie ist auf Scherben gelaufen und wurde dafür von begeisterten Schülern bejubelt. „Es ist das erste große Zirkusprojekt an unserer Schule. Hier werden Kinder ganzheitlich gefördert. Sprechen und Spielen vor Publikum, Teamgeist, Körperbeherrschung und Selbstbewusstsein sind nur einige Aspekte. Die Kinder stehen selbst in der Manege und stellen ihr Können den Zuschauern vor“, so Rektorin Moormann.
Egal ob an Förderschulen oder Gymnasien, ob an Behindertenwerkstätten oder in Brennpunktschulen, die Zirkusleute seien darum bemüht, jungen Menschen die Entwicklung und Förderung der eigenen Persönlichkeit und das Kennenlernen des eigenen Körpergefühls näherzubringen, sagt Gerd Sperlich.
Die Aufführungstermine an der Marienschule: Donnerstag, 9. Oktober, 17 Uhr, Freitag, 10. Oktober, 11 und 17 Uhr, Sonnabend, 11. Oktober, 11 Uhr.
