Harpstedt - Drei kleine Schnitte mit einer Schere reichen, und aus einem Plastikstrohhalm wird das Mundstück einer Oboe. Begeistert versuchten Harpstedter Zweitklässler am Montagmorgen, den improvisierten Instrumenten die ersten Töne zu entlocken. Andreas Evers, Lehrer an der Musikschule des Landkreises, und Anja Gillig, Musiklehrerin an der Grundschule, freuten sich über einige Naturtalente.
Die Kooperation der Grundschule mit der Kreismusikschule ist Teil des niedersächsischen Programms „Wir machen die Musik“. Ein Schuljahr ist Evers in allen zweiten Klassen der Grundschule im Musikunterricht dabei. Hauptbestandteil des Projektes ist das sogenannte Instrumentenkarussell, in dem die Kinder alle Instrumentengruppen ausprobieren können. Finanziert wird das Projekt zu einem Drittel vom Land und einem weiteren Drittel von der Musikschule, die das Geld vom Landkreis Oldenburg bekommt. In Harpstedt hat der Förderverein Schulen Flecken Harpstedt die Firma Avacon als Sponsor für die fehlenden 2000 Euro gewonnen.
Zur Vorstellung des Projektes begrüßten Schulleiter Ufke Janssen und Hans-Peter Schoppe, Vorsitzender des Fördervereins, Hermann Karnebogen vom Avacon-Kommunalmanagement in Syke und Musikschulleiter Rafael Jung. Während Kinder normalerweise hauptsächlich mit Gitarre und Klavier in Kontakt kommen, so Jung, biete ihnen die Musikschule ganz andere Möglichkeiten. „Auf ein so großes Instrumentarium kann ich natürlich nicht zurückgreifen“, bestätigt Anja Gillig.
„Der Förderverein hätte diese Summe nicht stemmen können“, so Hans-Peter Schoppe. „Schön, dass Avacon eingestiegen ist.“ Neben naturwissenschaftlichen Projekten sponsore Avacon gerne auch die musikalische Bildung, sagte Karnebogen. Über den Beitrag der Musik zur Persönlichkeitsbildung war er sich mit Ufke Janssen einig: „Kinder brauchen Anregungen aus allen Bereichen: Musik, Umwelt, Sport – dazu suchen wir Kontakt mit möglichst vielen Einrichtungen“, so der Schulleiter.
Aber nicht nur für die Schüler gab es diese Anregungen: „Hätte man das früher mit mir in der Grundschule gemacht, wäre ich vielleicht musikalischer geworden“, sagte Karnebogen nach seinem eigenen Versuch, der Strohhalm-Oboe einen Ton zu entlocken.
