Rastede - Ihre neue Aufgabe findet Tomma ziemlich cool. „Ich darf in den Pausen durch die Klassenräume gehen, obwohl wir Schüler eigentlich draußen sein müssten“, sagt die Fünftklässlerin. Tomma besucht in Rastede die Kooperative Gesamtschule und gehört zu den Energiewächtern. Am Donnerstag nahmen sie und 41 weitere Schüler ihre Ausweise entgegen. Jetzt haben sie offiziell die „Lizenz zum Abschalten“.

Was Tomma cool findet, hat nämlich einen ernsten Hintergrund. „Als Umweltschule ist es uns wichtig, umweltschonend und energiesparend zu handeln“, erklärt Naile Ildiz, Konrektorin für die Jahrgänge 5 und 6 am Standort Feldbreite. Deshalb werden seit einigen Jahren zusammen mit dem Umweltbildungszentrum Ammerland sogenannte Energiewächter ausgebildet.

„Ich wollte das gerne ausprobieren und habe auch viel für Zuhause gelernt“, erzählt Tomma. „Ich weiß jetzt, dass ein ausgeschaltetes Gerät trotzdem Strom verbraucht, wenn der Stecker noch in der Steckdose steckt“, berichtet ihre Mitschülerin Anna-Lena. „Bei meinem Handy ziehe ich den Stecker jetzt immer raus“, sagt die Zehnjährige. Was er in der Schule gelernt hat, setzt Fünftklässler Justin nun auch Zuhause um. „Ich bin erstmal ins Schlafzimmer meiner Eltern gegangen und habe den Fernseher ausgeschaltet“, erzählt er.

Die Lehrerinnen Katrin Hallemeier und Denise Möckel betreuen die Energiewächter. Beide freuen sich, mit welchem Engagement die Kinder bei der Sache sind. „Die Schüler melden sich freiwillig, um Energiewächter zu werden. Meistens haben wir mehr Interessierte als wir nehmen können.“

Um die Ausbildung der Kinder kümmert sich das Umweltbildungszentrum Ammerland. Sie dauert 90 Minuten, in denen die Schüler erfahren, wie sich Energie sparen lässt und warum dies wichtig ist (siehe Interview). „14 Schulen aus dem Ammerland machen inzwischen mit“, sagt Uwe Vollmann vom Umweltbildungszentrum. In Rastede ist nur die KGS beteiligt.

Frank Jacob
Frank Jacob Redaktion Rastede, Redaktion Wiefelstede