Ramsloh - Die Idee, sich einen Tag lang auf die französische Sprache zu konzentrieren, überzeugte Schulleiter Reinhard Dreker und so organisierte er „France Mobil“ für das Laurentius-Siemer-Gymnasium (LSG), Schulstraße 5 in Ramsloh. „Die Vorlaufzeit für dieses Projekt betrug aufgrund der großen Nachfrage rund zwei Jahre“, sagte Schulleiter Dreker. Am Dienstag war es endlich soweit und Französin Laura Chavot besuchte nacheinander die vier sechsten und siebten Klassen der Ramsloher Schule von 9.50 bis 13.20 Uhr.

„Seit September bin ich in Deutschland unterwegs und besuche Schüler, um ihnen die französische Sprache und Kultur näher zu bringen“, erklärt Laura Chavot. Das LSG sei nun schon die 92. Schule, in der sie zu Gast sei.

In Lyon hat Laura Chavot bereits Germanistik und Französisch als Fremdsprache studiert. Nach ihrer Deutschland-Tour bis Ende Juli wird sie noch zwei Semester studieren und dann voraussichtlich als Lehrerin für Deutsch und Französisch arbeiten.

Dass sie sich als angehende Lehrerin schon gut macht, zeigte ein Besuch in der LSG–Klasse 7b am Dienstagmittag. In einem Stuhlkreis sitzend lauschten die Schüler gespannt der französischen Musik, die Laura Chavot abspielte. Sobald ein Gymnasiast den Titel des Liedes erkannte, sprang er auf, um seinen Tipp abzugeben. War seine Vermutung richtig, durfte er den Titel von einer Liste an der Tafel streichen und holte damit einen Punkt für sein Team. Gesprochen wurde dabei nur auf Französisch. Von Klassikern wie „Les Champs-Élysées“ bis zu Poptiteln wie „Alors en danse“ war alles dabei.

Nicht nur das Hörverständnis der Schüler war gefragt. Bei verschiedenen Aktionen wie Ratespielen und Memory waren auch Bewegung und der französische Wortschatz gefragt. Die Hauptsache war aber, dass die Schüler Spaß an der Aktion hatten. „Am Anfang gibt es oft Scheu, vor einer Muttersprachlerin Französisch zu sprechen. Das versuche ich mit Spielen zu überwinden“, sagte die Studentin. Besonders freute sie sich, wie sicher die Schüler in der französischen Aussprache seien.

Auch Klassen- und Fachlehrer für Französisch, Nicolas Kunzler, war zufrieden. „Nach dem der Französischunterricht ab Klasse sieben komplexer wird, verlieren viele Schüler häufig die Motivation“, so Kunzler. Der spielerische Austausch mit der Muttersprachlerin sei eine tolle Möglichkeit, den Kindern noch mehr Lust auf die Sprache zu verschaffen.

„Wenn das Projekt gut ankommt, kann ich mir vorstellen, ,France Mobil’ zu wiederholen“, so der Schulleiter. Die vielen strahlenden Gesichter der 7b, die sich mit einem fröhlichen „Au revoir“ von Laura Chavot verabschieden, hoffen sicher auch auf ein Wiedersehen.