Oldenburg - Völlig losgelöst von der Erde: Anfang 2018 will die europäische Weltraumagentur (ESA) den wissenschaftlichen Missionssatelliten Cheops ins All schießen. Mit an Bord werden 16 Zeichnungen sein, die Schülerinnen und Schüler aus den Jahrgängen 5 bis 8 des Neuen Gymnasiums Oldenburg (NGO) bei einem Wettbewerb der ESA eingereicht haben. „Sie sind stolz, dass ihre Werke ausgewählt worden sind“, sagt Physik- und Chemie-Lehrer Dr. Bernhard Sturm, der die Aktion zusammen mit seiner Kollegin Ines Hauck-Gundelach betreut.

Elf ESA-Mitgliedstaaten waren zur Teilnahme aufgerufen. Die Federführung liegt bei der Universität Bern – dort wählte eine Jury insgesamt 3000 Zeichnungen von Kindern und Jugendlichen im Alter zwischen 8 und 14 Jahren aus. Deutschland ist mit 234 Bildern vertreten. Das NGO ist als einzige Schule aus dem Nordwesten zum Zuge gekommen. Bernhard Sturm war durch seine guten Kontakte zur ESA – er hat unter anderem an Lehrerworkshops mitgewirkt – auf den Mal-Wettbewerb aufmerksam geworden: „Wir haben das in unserer AG ,Na, Erde?’ thematisiert und in den Klassen dafür geworben.“

Die Schüler hatten bis Ende 2015 die Möglichkeit, auf einem knappen DIN A4-Querformat eine Grafik in Schwarz-weiß anzufertigen, die die wesentliche Aspekte der Cheops-Mission oder des Weltraums visualisiert. Herausgekommen sind Zeichnungen des Cheops-Satelliten selbst, von Planeten, von Sternenbildern oder auch vom Start des Satelliten auf dem Heimatplaneten Erde. „Manche integrierten in ihre Zeichnung sehr kreativ auch die Cheops-Pyramiden“, berichtet Sturm.

In den kommenden Monaten wird ein Team der Fakultät für Technik und Informatik der Fachhochschule Bern in Burgdorf (Schweiz) die Bilder im Maßstab 1:1000 verkleinern und auf zwei Metallplaketten eingravieren. Diese Plaketten werden später als Bestandteil am Satelliten angebracht. Die ESA prüft bis Ende 2017 alle Bauteile des an verschiedenen europäischen Standorten gefertigten Weltraumteleskops eingehend auf ihre Raumfahrttauglichkeit. Anfang 2018 sollen die miniaturisierten Zeichnungen dann als Botschafter der Schule, aber auch der Europäer, mit dem Satelliten ins All fliegen. Sturm: „Wir werden das mit großer Spannung verfolgen.“