Ganderkesee - „Manege frei!“ hieß es am Donnerstagmittag in der Turnhalle der Grundschule an der Dürerstraße in Ganderkesee. 20 Kinder der Grundschule sowie der Katenkamp-Schule balancierten, jonglierten, zauberten und führten artistische Kunststücke vor. Die Vorstellung war das „Finale“ eines Inklusionsprojektes der beiden Schulen.
Begonnen hatte das Projekt nach den Sommerferien 2015. In der Zirkus-AG trafen sich einmal in der Woche 20 Schülerinnen und Schüler, um gemeinsam Nummern einzustudieren. Zunächst stand aber das Kennenlernen auf dem Programm: „Wir haben mit Gruppenfindungsspielen und Körperkontaktspielen angefangen“, erklärte Dirk Jensen, der Sportlehrer an der Grundschule Dürerstraße ist und die Zirkus-AG in den ersten Wochen gemeinsam mit Schulleiter Frank von der Aa sowie Rektorin Anne Fischer und zwei Lehrern der Katenkamp-Schule geleitet hat.
Keine Berührungsängste
Seit Oktober sind auch zwei Zirkuspädagogen vom Oldenburger „Circus Radieschen“ dabei, um mit den Kindern eine zirkusreife Vorstellung zu inszenieren. Die bunte Show begann nach der Begrüßung mit Balancieren auf einem Drahtseil, gefolgt von Fußball-Jonglage und einer magischen Zauber-Show.
Anschließend zeigten Trapez-Artisten Kunststücke in schwindelnder Höhe, und Einrad-Fahrerinnen beeindruckten mit fantastischer Körperbeherrschung. Bei der letzten Nummer waren alle Artisten involviert: Lehrer und Schüler stapelten sich zu menschlichen Pyramiden auf und präsentierten ein geschlossenes Abschlussbild.
Anne Fischer freut sich sehr über das Projekt: „Inklusion ist ein großer Begriff, der in aller Munde ist – aber sehr schwer umzusetzen. Meist ist kein Raum, keine Zeit, kein Geld da. Dieses Projekt ist ein toller Weg, Gemeinschaft zu erleben. Das Thema Zirkus kennt jeder – und kann jeder“, erklärte die Schulleiterin. Es habe auch keine Probleme gegeben. „Alle Kinder sind ohne Berührungsängste und ohne Vorurteile aufeinander zugegangen“, betont Fischer.
Langfristige Kooperation
Entstanden ist die Zusammenarbeit durch eine Initiative des Schulelternrats der Grundschule. „Wir haben nicht gelernt, mit Menschen mit Behinderung umzugehen. Das wollen wir unseren Kindern ermöglichen“, sagte Daniela Beecken. Die Elternratsvorsitzende ist bei der Allianz-Versicherung tätig, die das Projekt unterstützte.
Zwar ist das Zirkus-Projekt nun vorbei. Die Kooperation zwischen den beiden Schulen sei aber auf Langfristigkeit angelegt, betont Fischer. Es habe auch schon vorher gemeinsame Sport- und Sachkundeprojekte gegeben, die dauerten aber immer nur einen Tag. „Wir machen jetzt ein Reflektions-Gespräch und schauen dann, was wir machen können“, sagt Fischer.
