Bad Zwischenahn/Oldenburg - Große Auszeichnung für die Hauptschule Bad Zwischenahn. Das gemeinsam mit dem Oldenburger Verein „Slap – Social Land Art “ umgesetzte Kunstprojekt „Orte in der Fremde – Netzwerke“ (die NWZ  berichtete) erhält einen von sieben Preisen beim Bundeswettbewerb „mixed up“.

„Vorbildlich an dieser Kooperation ist die Netzwerkbildung im ländlichen Raum – mit und für geflüchtete Kinder“, so die Mixed-up-Fachjury in ihrer Begründung. „Die Schule öffnet sich nach außen und bietet den Projektteilnehmern im Rahmen dieses Kooperationsprojekts wichtige Anlaufpunkte im Sozialraum.“

Vor allem politische Verfolgung, Kriegswirren oder wirtschaftliche Probleme haben die Familien der jugendlichen Telnehmer nach Deutschland geführt. Sie kommen aus 14 Nationen, unter anderem aus Bulgarien, Rumänien, Bosnien, Sudan, Albanien, Pakistan und Syrien. Deutsche Sprachkenntnisse haben sie kaum. An der Hauptschule Bad Zwischenahn besuchen sie deshalb zunächst die beiden Sprachlernklassen. Neu in der sehr ländlichen Region Ammerland, fällt es den Kindern und Jugendlichen schwer, ihre Freizeit außerhalb ihrer Unterkünfte zu gestalten. „Orte in der Fremde“ sorgte nicht nur für ein abwechslungsreiches Kulturprogramm für die jungen Flüchtlinge im Alter von 11 bis 17 Jahren. Das Projekt schaffte für sie den Rahmen, in einer neuen Lebenswelt heimisch zu werden und mit Menschen anderer Herkunft neue Erfahrungen zu machen.

Im Ammerland erkundeten die Kinder und Jugendlichen in einer Projektwoche zu Fuß die Region. Bepackt mit einem Forscherrucksack samt Digitalfotokamera, Ortsplan, Papier, Stiften und Freude am Entdecken besuchten sie Jugendzentren, Kunstschulen, Kirchen, Museen, Parks, das Zwischenahner Meer, das Aper Tief, Mühlen, Skulpturen und Straßenbilder. Zur Dokumentation ihrer Erlebnisse fertigten sie Bilder mit unterschiedlichen Techniken und eine 3,6 mal 1,35 Meter große Kartografie an. Die Kunstwerke sind im Rahmen der Sonderausstellung „Ein Leben in Netzen – Warum wir ohne nicht sein können“ bis zum 25. Oktober im Landesmuseum Natur und Mensch in Oldenburg zu sehen.

„Wir werden am 26. Oktober mit einer Gruppe aus Lehrkräften und Schülern der Sprachlernklassen nach Düsseldorf zur Preisverleihung fahren“, kündigte Schulleiter Peter Röben an. Für ihn ist der Preis eine Bestätigung der Kooperation zwischen Hauptschule und dem Oldenburger Verein „Slap“. Da das Preisgeld in Höhe von 2500 Euro möglichst in zwei weitere Kunstprojekte vor allem mit den Sprachlernklassen fließen soll, sucht die Hauptschule noch Sponsoren für die Busfahrt nach Düsseldorf.

Finanziell unterstützt wurde das Projekt „Orte in der Fremde“ von der Oldenburgischen Landschaft, der Hauptschule, der Erwin-Roeske-Stiftung, dem Landkreis Ammerland und der Gemeinde Bad Zwischenahn.

Markus Minten
Markus Minten Stadt Oldenburg und Ammerland (Leitung)