Jever - Schüler der Berufsbildenden Schulen (BBS) Jever und der GPS-Werkstatt Jever haben seit Januar unter Regie der ehrenamtlichen Müller Holger Krahe und Heinz Drost eine Korn- und Haferquetsche in der Schlachtmühle Jever restauriert. Dazu nutzten die Bautechnikschüler die angrenzende Werkstatt und die Werkhalle der BBS. „Die Zusammenarbeit hat sehr gut funktioniert – so treiben wir den inklusiven Gedanken voran“, sagte Lehrer Thomas Köckritz, der das Projekt gemeinsam mit dem GPS-Fachbereichsleiter für berufliche Bildung Christoph Rebbe betreut.

An einem Tag in der Woche haben sich die Schüler und Schülerinnen in der Schlachtmühle getroffen und gemeinsam gearbeitet. Neben dem professionellen Restaurieren der Quetsche haben die Schüler eine Dezimalwaage restauriert, Geländer und einzelne Bretter erneuert und Metallteile bearbeitet. Die einzelnen Arbeitsschritte haben sie sorgfältig mit Texten und Bildern dokumentiert. Auch Anna Sydow und Ina Brockmann arbeiteten mit schwerem Gerät: „An der Kreissäge haben wir die Balken vorbereitet“, sagt Anna Sydow. Ihr habe das Projekt viel Spaß gemacht, sie arbeite aber lieber mit Metall. „Diese Arbeiten sind eben nicht nur Männersache“, so Thomas Köckritz. Das Projekt, das eine Kooperation der BBS, der GPS und des Zweckverbands Schlossmuseum ist, soll mit einer neuen Klasse bald fortgeführt werden, denn in der Schlachtmühle Jever gibt es noch viel zu tun: „An der Trockenmaschine für Getreide ist die Hauptantriebswelle nicht mehr die Beste. Die soll nachgebaut werden“, sagt Holger Krahe.

Die Schüler haben ein Schild entworfen, das die Schlachtmühle ab sofort als außerschulischen Lernort kennzeichnet. „Hier können die Jugendlichen die Theorie, die sie in der Schule gelernt haben, praktisch anwenden“, so Köckritz. Er sei besonders stolz auf die Gruppe, die nicht nur sehr gute Arbeit geleistet habe, sondern auch einen großen Gemeinschaftssinn entwickelt habe.