Wildeshausen - Zu einem Erinnerungsgang entlang mehrerer „Stationen jüdischen Lebens in Wildeshausen“ trafen sich Schülerinnen und Schüler des Wildeshauser Gymnasiums und des ungarischen „ Szent István Gimnázium“ aus Budapest am Donnerstagnachmittag. Begleitet wurden die 15 Gastschüler von den Lehrern Gabriella Adamis und Zoltán Hermesz. Treffpunkt für den Rundgang war am jüdischen Friedhof an der Delmenhorster Straße. Bereits seit 1999 gibt es regelmäßige Kontakte zwischen dem Gymnasium Wildeshausen und der ungarischen Schule, eine offizielle Partnerschaft besteht seit fünf Jahren.

Das diesjährige Austauschprojekt wird durch ein Förderprogramm der Deutschen Kultusministerkonferenz unterstützt. Neben Unterrichtshospitationen und touristischen Zielen geht es hauptsächlich um das Thema „Antisemitismus – gestern und heute“. Neben der Geschichte der Juden in Wildeshausen und Oldenburg, der Analyse von Hetzkampagnen im Propaganda-Blatt „Der Stürmer“ sowie der kritischen Sichtung des Kurzfilms „Spielzeugland“ wurden auch themenbezogene Exkursionen nach Hamburg („Projekt Stolpersteine“) sowie in das Deutsche Auswandererhaus in Bremerhaven („Jüdische Flucht im Nationalsozialismus“) unternommen. Auch aktuelle antisemitische Vorfälle sowohl in Deutschland als auch in Ungarn wurden besprochen.

Gegründet wurde das Szent István Gimnázium ist im Jahr 1902. Es zählt zu den besonders erfolgreich arbeitenden Gymnasien in Budapest.

Für das Austauschprojekt war am Wildeshauser Gymnasiums Johann Strudthoff zuständig. Unterstützt wurde er von Dr. Petra Schönemann-Behrens, Marcus Hemjeoltmanns und von Ingo Lorenz.