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Erziehung Schüler sind streng mit sich

Sascha Sebastian Rühl

Bookholzberg - Schuluniform, Strafen, aber auch gegenseitiger Respekt: Dies würde eine neue Schulordnung vorschreiben, wenn es nach den Jugendlichen der Oberschule an der Ellerbäke in Bookholzberg ginge. Im fünften Jahrgang bietet die Schule das Fach „Soziales Lernen“ an. Dort wird der Weg zu einem guten Miteinander aufgezeigt. „Das Ziel ist, eine angenehme Schulatmosphäre zu schaffen“, erklärt Sozialpädagogin Nina-Verena Müller, die das Fach betreut.

Regeln verstehen und Grenzen setzen: Die Schüler der Klasse 5a stellen selbst im Unterricht Schulordnungen auf und begründen diese. Eine Arbeitsgruppe fordert etwa Folgendes: Freundlicher Umgang, gegenseitiger Respekt, man solle Waffen, abgesehen von Knallerbsen, zu Hause lassen und Streithähne sollten unverzüglich nachsitzen. Der Handygebrauch solle auf wenige Minuten zum „Checken von Mails“ beschränkt sein.

Eine andere Arbeitsgruppe fordert ähnliche Regeln, allerdings fügt sie Schuluniformen hinzu und verbannt somit ausdrücklich Bauchfreiheit aus dem Schulalltag und verpflichtet die Schüler zum gemeinsamen Essen in der Mensa, damit niemand alleine speisen muss.

„Viele sind strenger, als es die geltende Schulordnung vorgibt und fordern Einheitskleidung und häufige Strafen. Fairness ist für ganz viele dabei aber sehr wichtig“, stellt Nina-Verena Müller fest. In Gesprächen über das Fehlverhalten einzelner Schüler frage sie oft, wie sich der Schüler selbst bestrafen würde. „Da sind sie meistens strenger mit sich, als wir es wären“, hat die Sozialpädagogin beobachtet.

Fairness für viele wichtig

In „Soziales Lernen“ würden Situationen durchgespielt, damit die Schüler ihren Alltag besser bewältigen können. „Ich habe in der Klasse gelernt, mit anderen ohne Berührungsangst offen umzugehen“, verrät Hanna aus der 5a. Wer sich so verhalte, könne auch Gerüchten vorbeugen, meint die Schülerin.

„Als einmal ein neuer Schüler in die Klasse gekommen ist, haben sich die anderen bemüht, die vorher einmal durchgespielte Situation eins zu eins umzusetzen“, erinnert sich die Sozialpädagogin Müller. Ohne Nachfrage habe man sofort versucht, ihn zu integrieren. Das habe sie sehr schön gefunden, die vorher durchgeführte Rollenspiel sei eine gute Hilfe für den neuen wie auch für die übrigen Schüler gewesen.

Besseres Klassenklima

„Da ist etwas hängen geblieben, und das Fach wird da eine Hilfe gewesen sein, das ist ja keine alltägliche Situation“, sagt der stellvertretende Schulleiter Jan-Michael Braun. Solche Erfolge seien gut, denn auch das richtige Verhalten in Gefahrensituationen werde im Unterricht einstudiert.

„Nett zu anderen Menschen sein, wie ich Freunde finde und wenn ich zu anderen nett bin, kommt auch oft was zurück“, zählt Finn aus der 5a Lektionen aus dem Unterricht auf.

„Man merkt, dass darüber nachgedacht wird, es fruchtet“, glaubt Jan-Michael Braun. Auch Nina-Verena Müller ist vom Erfolg dieser Form des Unterrichts überzeugt: „Die Schüler lernen, wie sie ihre eigenen positiven Eigenschaften nutzen, um anderen zu helfen. Es gibt dadurch ein besseres Klassenklima.“

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