Abbehausen - Rumms! An der Ampel hat es wieder gekracht. „Du bist bei gelb gefahren!“ schreit der Fahrer des grünen Jeeps. „Gar nicht!“ ruft ihm sein Gegenüber aus dem roten Fahrzeug entgegen. Wie gut, dass das ganze nur eine Übung und die Autos motorbetriebene Minicars sind.

Denn die Dritt- und Viertklässler der Grundschule Abbehausen hatten einen ganz besonderen Verkehrsunterricht. Silke und Stefan Oelsner vom Junior Motor Park in Bremen waren mit ihren Minicars in der Grundschule zu Gast.

„Die Kinder bekommen eine circa fünfzehnminütige Einweisung, in der wir ihnen die Verkehrsschilder und -situationen erklären. Den Rest lernen sie hier – wenn sie ein Stoppschild überfahren, dann kracht es eben. Aber den Kindern im Wagen passiert nichts“, sagt Stefan Oelsner.

Da solche „Unfälle“ durchaus häufiger vorkommen, sind die Minicars vorne und hinten mit Stoßstangen ausgerüstet. Wie im richtigen Auto müssen sich die Mädchen und Jungen auch in den Minicars anschnallen – Damit sie das als selbstverständlich lernen. „Obwohl es für manche Eltern offenbar noch nicht selbstverständlich ist,“ sagt Stefan Oelsner kopfschüttelnd.

Auch den Fahrradhelm haben die Kinder in den Minicars auf. „Die bräuchten sie hier eigentlich nicht, aber eben auf dem Fahrrad“, sagt Stefan Oelsner. Und das Fahrrad ist nunmal das Verkehrsmittel, mit dem die Kinder am häufigsten im Straßenverkehr unterwegs sind, deshalb sollte für sie der Helm immer dazu gehören. Mit den Minicars sollen die Kinder den Verkehr einmal aus Sicht der Autofahrer erleben. „So sehen sie, dass man manchmal eben nicht so schnell bremsen kann“, sagt Stefan Oelsner.

Die Bremse war es dann auch, die dem neunjährigen Joel die meisten Probleme bereitet hat. „Ich hab nicht doll genug draufgedrückt“, erzählt er. Aber es hat ihm auf jeden Fall Spaß gemacht, versichert er. Auch der achtjährigen Pheline hat es gut gefallen. „Ich konnte alles. Ich kannte auch die Verkehrsschilder schon“, berichtete sie stolz.

„Die Kinder wissen meistens, was zum Beispiel ein ’Vorfahrt achten’-Schild ist und auch, dass man anhalten muss, aber in der Praxis ist das oft schwieriger. Unfälle zu verhindern ist hier unser Ziel“, sagt Stefan Oelsner.

Merle Ullrich
Merle Ullrich Redaktion Brake