Ahlhorn - Nach der Schulzeit kommt der Ernst des Lebens – und der kann manchmal richtig stressig sein. Wie bekomme ich einen Job? Wie verhalte ich mich gegenüber meinem neuen Chef? Und darf ich als Auszubildender weiter Turnschuhe tragen? „Wir wollen den Stress vermeiden“, sagt Martina Bernasko. In den vergangenen Tagen war die AOK-Bewerbungstrainerin zu Gast in der Graf-von-Zeppelin-Schule in Ahlhorn, um die Jungen und Mädchen der vier Abschlussklassen je einen Tag auf den Einstieg in die Arbeitswelt vorzubereiten und den Tritt ins Fettnäpfchen zu vermeiden – von der richtigen Kleidung beim Bewerbungsgespräch bis hin zur unfallfreien Betriebsfeier.

Am Freitag war die 10 c von Klassenlehrerin Sabine Windhaus an der Reihe. Statt Frontalunterricht standen vor allem Spiele auf dem Programm. So mussten sich beispielsweise alle Schüler vor der gesamten Gruppe vorstellen. Bernasko: „Die Fehler haben wir dann beobachtet und korrigiert.“ Eine andere Übung sollte die Gruppenarbeit stärken. So mussten die Schüler innerhalb von zwei Minuten einen Meterstab gemeinsam auf den Boden legen, ohne ihn loszulassen oder von oben festzuhalten – leichter gesagt als getan.

„Die Schüler sollen vor allem Sicherheit bekommen“, erklärte Sozialpädagogin Barbara Christidis. Das Training im „Business-Knigge“ soll die Berufspraktika aus dem Herbst und das Bewerbungstraining an der Schule ergänzen. Viele der besprochenen Situationen gebe es laut Bernasko auch im Alltag. „Im Beruf hat man da aber einiges zu beachten.“ Und Christidis ergänzte: „In vielen Betrieben gibt es ein anderes Werte- und Normensystem.“ Was privat für Jugendliche nicht mehr üblich sei, werde in der Arbeitswelt oft verlangt. „Es ist halt nicht mehr selbstverständlich, dass einem ein Kind die Tür aufhält.“

An der Schule hat das Training offensichtlich schon gefruchtet: „Es ist sehr erstaunlich, die Schüler wenden das Gelernte gleich an.“ Die neuen Umgangsformen können zwei der Klassen auch außerhalb der Schule ausprobieren: Im Mai sind die Schüler auf Abschlussfahrt auf einem Kreuzfahrtschiff. „Dort muss man sich ja auch gut verhalten“, sagte Klassenlehrerin Sabine Windhaus.