Cloppenburg - Rund 600 Schüler haben am Donnerstag am zweiten Tag der Pflegeausbildung in der Stadthalle in Cloppenburg teilgenommen. Die 15- bis 18-Jährigen kamen unter anderem aus Molbergen, Lohne, Neuenkirchen und Papenburg, Surwold oder Gehrde. „Die Schüler waren sehr angetan von der Veranstaltung im letzten Jahr im Vechtaer Waldhof“, begründete Lehrerin Stefanie Degen aus Sulingen die eineinhalbstündige Anreise mit ihren Schülerinnen und Schülern der 10. Klasse. Es sei ein Gewinn für die berufliche Orientierung. Etwas Vergleichbares gäbe es im Raum Sulingen nicht, sagte sie.
Mit „vergleichbar“ meint Degen die Möglichkeit, etwa mit Kopfhörern, einer speziellen Brille und Gewichten am Körper ausgerüstet, einmal selbst zu spüren, wie es ist, älter zu werden und damit auch oft unbeweglicher. „Man sackt zusammen und geht automatisch nach vorne“, erlebte beispielsweise Lydia Dieters das Experiment.
Lehrerin Manuela Grimm aus Surwold hat zwar dieses Jahr nur sechs Schüler mit in die Cloppenburger Stadthalle bringen können, aber immerhin drei davon wollen in den Pflegeberuf. Und: „Diese Dinge kann man nicht theoretisch vermitteln, man muss sie praktisch erleben“, zeigte sich die Pädagogin überzeugt.
Die Gelegenheit dazu gab es in Cloppenburg: Blutzucker messen lassen, jemanden professionell zu betten oder eine Person zu reanimieren waren Stationen, welche sowohl Lehrende, aber auch Lernende der Pflegeschulen in Cloppenburg, Damme, Lohne, Quakenbrück, Oldenburg und Vechta an diesem Tag unter dem Dach des Landes-Caritasverbandes als Veranstalter anboten.
Etwas, das beispielsweise der 16-jährige Johan Hohnhorst aus Molbergen gerne ausprobierte. „Ich gehe ins Gymnasium, mache aber jetzt schon Praktika und gucke mich um“, beschrieb er sein persönlich-berufliches Interesse für den Tag im Rahmen der oldenburgischen Caritas-Initiative ‚Pflege, Deine Zukunft‘.
Wie es ist, das Essen angereicht zu bekommen und nicht selbst nehmen zu können, testete derweil Rebecca Unger aus Visbek (Zehnte Klasse, St.-Benedikt-Schule) am Stand der Lohner Krankenpflegeschule. Bei verbundenen Augen musste sie erraten, ob es Salami, gekochter Schinken oder doch Pilze waren, die ihr in den Mund geführt wurden.
