Hude/Wüsting - Mehr als 200 Jugendliche aus dem Landkreis Oldenburg haben in den vergangenen zwei Wochen ihr Betriebspraktikum absolviert Sie sammelten bei ihren Einblicken in das Berufsleben viele neue Eindrücke.

Die Schüler der Graf-Anton-Günther-Schule (GAG) waren dabei nicht nur in der Region, sondern in ganz Deutschland untergebracht, arbeiten unter anderem auch in Hamburg und Berlin. Da die Schüler in der Regel nur ein Praktikum in ihrer Schulzeit haben, wurden sie auf dieses gut und lange von den betreuenden Lehrkräften vorbereitet. Die Berufswege, die die Schüler dabei wählten, sind ganz unterschiedlich.

Eine aufregende Zeit hatte zum Beispiel Karla Schmadtke im Theater Laboratorium in Oldenburg. Ihr gefiel die Idee von kreativer, flexibler und individueller Arbeit. Sie ist sehr zufrieden mit ihrer Praktikumswahl: „Die Atmosphäre hier ist richtig schön, wie eine Familie. Und die Arbeit macht mir Spaß“, berichtete die 15- Jährige. Als späteren Beruf kann sie sich das Leben auf und hinter der Bühne jedoch nicht vorstellen, eine freiwilliges soziales Jahr im Bereich Kultur möchte Karla nach dem Abi aber dennoch gerne absolvieren.

Ganz andere Erfahrungen sammelten Michelle Böschen, Charlotte Schellack und Rieka Haverkamp an der Grundschule Wüsting. Sie konnten in viele verschiedene Unterrichtsstunden reinschnuppern, halfen den Kindern bei Hausaufgaben und Matheübungen, lasen gemeinsam mit ihnen und beaufsichtigten sie auf dem Schulhof. „Ich helfe gerne anderen und mir macht es Spaß, den Kindern neue Dinge beizubringen“, erklärte Michelle.

Rieka erzählte lachend: „Ich wurde schon auf drei Geburtstage eingeladen“. Einer Meinung sind alle drei Praktikanten: Die Arbeit mit den Kleinen hat ihre Erwartungen positiv übertroffen und sie können sich gut vorstellen, später in diese Berufsrichtung zu gehen.

Ein Besuch der Lehrer, soweit möglich, und ein ausführlicher Praktikumsbericht gehören natürlich auch zu einem Schulpraktikum dazu. In den Gesprächen mit der führenden Lehrkraft wurden dann unter anderem der Praktikumsverlauf und die Berufswahl der Schüler besprochen, da es immer wieder zu Problemen in den Betrieben kommen kann, beispielsweise durch mangelnde Betreuung.

„Anfangs war es auch etwas holprig, alle Schüler unterzubringen, am Ende hat aber jeder einen Platz gefunden“, berichtete Kerstin Strack, Politiklehrerin der GAG. Der Sinn der Praktika sei nicht nur, in einen Beruf reinzuschnuppern und sich über seine Zukunft im Klaren zu werden, sondern auch „Eigenständigkeit, Verantwortung und Eigeninitiative zu lernen.“