Brake/Wesermarsch - Wie kann frühzeitig und nachhaltig auf Schulverweigerung beziehungsweise Schulabsentismus reagiert werden? Dieser Problematik nimmt sich seit 2015 das landkreisweite Projekt „WeserMarschMallows“ (WMM) an. Zur Unterstützung der Lehrkräfte wurde Ende 2016 ein Leitfaden entwickelt: die „Handreichung für Schulen im Umgang mit Schulabsentismus für den Landkreis Wesermarsch“.
Verweigerung verhindern
Der Handlungsleitfaden sei auf Bitten der Schulen und Sozialarbeiter erarbeitet worden, erklärte Christiane Holz, Casemanagerin bei den WMM, die die Handreichung erstellt hat. Beratend zur Seite standen ihr Jürgen Janssen, Schulleiter an der Oberschule Rodenkirchen, und Thorsten Grun, Lehrer an der Oberschule Elsfleth, die als Mitglieder des Projekt-Beirates einen „Lehrerblick“ auf die Ausarbeitung geworfen hätten.
Während der Erstellung der Handreichung habe man sich an der des Landkreises Osnabrück orientiert, der über längere Erfahrung verfügte, so Holz.
Jürgen Janssen betonte, dass die Arbeit des Projektes und die Handreichung wichtig seien, um die Problematik mit Schulabsentismus zu verdeutlichen und in die Köpfe der Lehrer zu bekommen. Im Gegensatz zu anderen Ländern gäbe es in Deutschland keine zentrale Erfassung von Schülern, die abwesend seien, und somit auch nicht von Schulverweigerern auf den ersten Blick. Es sei seiner Ansicht nach wichtig, dass Schule Spaß mache, um Schulverweigerung zu verhindern.
Auch Thorsten Grun betonte, dass die bisherige Zusammenarbeit mit den WMM gut verlaufe. Eltern seien diesen Mitarbeitern offener gegenüber. Viele Lehrer würden sich bereits bei den WMM melden und zu Schulkonferenzen einladen, damit diese beratend zur Seite stehen, berichtete Christiane Holz.
Individuelle Absprachen
Auch Martina Cordes, die beim Landkreis für Bußgeldverfahren von Schulverweigerern zuständig ist, verdeutlichte dass die Arbeit gut verlaufe. Schüler hätten nach der Meldung von unentschuldigten Fehltagen (meist ab fünf Tagen) nun die Möglichkeit, vor dem Bußgeldbescheid bei der Anhörung eine Beratung durch die WMM anzunehmen. Halten sie die individuelle Vereinbarungen mit den WMM ein, entfalle das Bußgeld.
Holz betonte, dass die Handreichung Empfehlungen für Lehrer aufzeige. Diese müssten individuell entscheiden, wie sie den Schüler im Lernprozess halten und so zum Abschluss führen. Die meisten Schulverweigerer würden einen Abschluss machen wollen, seien aber beispielsweise durch persönliche Probleme vom Weg abgekommen und müssten nun zurückgeführt werden.
