Wildeshausen - Die Stadt hat die künftigen Schülerzahlen hochgerechnet. Wie entwickeln sich die Grundschulen bis 2020? Welche Prognosen gibt es für Haupt- und Realschule? Im Schulausschuss am Dienstag, 10. November, ab 18.15 im Stadthaus, wird die Studie vorgestellt.

Nach 235 Kindern, die im vergangenen Sommer in Wildeshausen und Dötlingen eingeschult wurden, geht die Verwaltung für nächstes Jahr sogar von einem Anstieg aus – auf 254 Kinder. Ein Grund dürfte u.a. das Neubaugebiet „Vor Bargloy“ sein, das auch viele junge Familien aus dem näheren Umland angezogen hat.

Nach dem Plus folgt 2017 aber bereits der Abschwung auf 230 Kinder. 2018 werden 214 erwartet, 2019 nur noch 199 und 2020 dann 204. Unterm Strich ein Rückgang von rund 20 Prozent zu 2016. Aber: In der Prognose vom vergangenen Jahr hatte man noch mit einem sehr viel höheren Rückgang auf 157 im Jahr 2019 kalkuliert. Auch für die Jahrgänge davor hatte man bei der Prognose 2014 deutlich weniger Kinder berechnet.

Auch wie sich die Schülerströme dann auf die weiterführenden Schulen verteilen, dazu hat die Stadt eine Prognose erarbeitet. Basis dafür: Die Einschulungen an Haupt-, Realschule und Gymnasium in den vergangenen fünf Jahren. Demnach entschieden sich 10,47 Prozent der Eltern und Kinder für die Hauptschule (HS), 22,92 für die Realschule (RS) und 44,6 fürs Gymnasium.

Nach Angaben der Stadt besuchen derzeit 36 Fünftklässler die HS und 127 die Realschule. Die Hauptschule ist damit zweizügig (zwei Klassen pro Jahrgang), die Realschule derzeit fünfzügig. Bereits im kommenden Jahr könnte sich das ändern. Die Zahl der neuen Realschule soll laut Prognose auf 117 sinken. Damit wäre der Jahrgang nur noch vierzügig. Die Hauptschule könnte mit 27 Kindern ihre Zweizügigkeit halten.  2017 werden für die Hauptschule jedoch nur noch 26 Kinder erwartet (erst ab 27 Kindern erfolgt in diesem Schultyp eine Aufteilung auf zwei Klassen). Das würde – theoretisch – die Einzügigkeit bedeuten. Die RS bliebe mit 111 Kindern vierzügig.  2018 hätte die HS wieder einen zweizügigen Jahrgang in Klasse fünf, da 28 Kinder erwartet werden. Die RS bliebe mit 119 Kindern vierzügig.  2019 wäre die HS erneut nur einzügig, da nur 25 Anmeldungen prognostiziert werden. Die RS bleibt mit 106 Kindern bei vier Klassen.  2020 rutscht die HS mit 27 Kindern wieder über die Marke und wäre demnach zweizügig. Die RS mit 114 Kindern bliebe unverändert. 2021 kommt die HS nur noch auf 24 Kinder – damit Einzügigkeit. Die Realschule hätte 103 Anmeldungen.  2022 wird für die HS ein Tiefstand von 22 Anmeldungen erwartet. Die RS sinkt auf 96 Fünftklässler, was aber noch zur Vierzügigkeit reicht.

Durch Schulwechsel allerdings legt die Hauptschule nach Klasse fünf erfahrungsgemäß eher zu. Deshalb wäre in den nächsten Jahren eine Einzügigkeit in der Praxis wohl kein Thema.

Zumal die Prognose der Stadt ausdrücklich Faktoren wie die aktuelle Flüchtlingsentwicklung nicht berücksichtigt hat.

Jasper Rittner
Jasper Rittner Chefreporter Oldenburg-Stadt/Ammerland