Oldenburg - Die niedersächsische Landesschulbehörde und Oberbürgermeister Gerd Schwandner haben auf den Hilferuf der Schulleitung der Oberschule Alexanderstraße wegen eines „zerrütteten Vertrauensverhältnisses“ reagiert. Wie berichtet, hatte sich Schulleiter Uwe Rüger mit der Bitte um Hilfe und Unterstützung an Kultusministerin Frauke Heiligenstadt (SPD) gewandt, weil er aus seiner Sicht mit seinen Argumenten zur weiteren Entwicklung der Oberschule bei der Stadt kein Gehör finde.

Die Kultusministerin hat das Schreiben allerdings gar nicht erhalten. Die Landesschulbehörde in Oldenburg hat das Schreiben nicht weitergeleitet, weil es „im Wesentlichen die Angelegenheiten des Schulträgers und nicht den Zuständigkeitsbereich des Kultusministeriums“ betreffe, wie es in einem der NWZ  vorliegenden Schreiben der Behörde heißt.

Inhaltlich nimmt die Behörde nicht Stellung, verweist aber darauf, dass der neu ernannte Schulleiter im Interesse einer vertrauensvollen Zusammenarbeit vor der Versendung eines solchen Schreibens den Schulträger in Kenntnis setzen müsse – ein Satz, der sich nahezu wortgleich auch in der Stellungnahme Sachses findet. Zugleich moniert die Behörde, dass der ehemalige Schulleiter Schläfke das Schreiben mit unterzeichnet hat. Dazu heißt es: „Künftig bitte ich zu beachten, Schreiben mit dem Datum ab dem 1. August nicht mit Unterschriften von nicht (mehr) zuständigen Funktionsträgern zu versehen.“

OB Gerd Schwandner richtet in seinem Schreiben den Blick nach vorn. Seiner Ansicht nach ist die Kritik der Oberschule Alexanderstraße an der Stadt „zu Unrecht“ erfolgt. Die Stadt arbeite bei der Entwicklung der Oldenburger Bildungslandschaft konstruktiv mit den Schulen zusammen. Beispielhaft seien dafür das Konzept für die Ganztagsgrundschulen, die Arbeitsgruppe Inklusion und die Bildung des Teams Wendehafen (Maßnahmen für Jugendliche am Übergang Schule-Beruf und in der schulischen Berufsorientierung) zu nennen.

Zur strittigen Regelung über die Zahl der nach den Sommerferien an den Oberschulen startenden Klassen schrieb Schwandner, dass dieses Thema wegen der unterschiedlichen Vorstellungen der Leitungen und Elternvertretungen der Oberschulen nun mit Professor Klaus-Jürgen Tillmann als Berater geklärt werden solle. Er fügte hinzu: „Für alle Beteiligten sehe ich bedingt durch den Schulleiterwechsel gute Chancen zu einem konstruktiven Miteinander zurückzukehren“. Der Vorgänger von Rüger, Paul-Willem Schläfke, gilt als kritischer Geist, der die Auseinandersetzung mit der Stadt nie scheute.

Ratsherr Hans-Richard Schwartz kritisierte, dass Schwandner in seinem Schreiben mit keinem Wort darauf eingehe, „wie das Vertrauensverhältnis wieder hergestellt werden solle.“ Es bleibe die Hoffnung auf die Gespräche im September.