Seefeld - Die Elternräte der Grundschulen Seefeld und Schwei wollen so schnell wie möglich mit der Erarbeitung eines Konzepts für die Zukunft der beiden Schulen beginnen. Das wurde bei der Einwohnerversammlung im Dorfgemeinschaftshaus deutlich, zu der Bürgermeister Klaus Rübesamen für Montagabend eingeladen hatte.
Insgesamt 54 Besucher kamen, rund acht Mal so viele wie eine Woche zuvor bei der Bürgerversammlung in Schwei. Anlass war die NWZ -Berichterstattung über diese Zusammenkunft unter dem Titel „Eine Schule muss schließen“. Mit dieser Aussage hatte Bürgermeister Rübesamen eine Schuldebatte angestoßen, die die Seefelder aufschreckt.
Haupt- und Nebenstelle
Klaus Rübesamen hat sich den Vorschlag der Schuldezernentin Katrin Thiesen zu eigen gemacht, die Grundschulen Schwei und Seefeld – beide zählen rund 50 Schüler – zu einer Einheit mit einer Haupt- und einer Nebenstelle zusammenzufassen. Die Nebenstelle wird geschlossen, wenn es nicht mehr genügend Schüler für zwei Häuser gibt. Wann das der Fall sein wird, ist unklar.
Denn der Gemeindeverwaltung fehlen zuverlässige Daten, wie der Bürgermeister sagte. Im Rathaus sei nur die Zahl der Geburten pro Altgemeinde bekannt, Zu- und Wegzüge dagegen seien schwer abzuschätzen. Derzeit zeichne sich ab, dass beide Schulen bis 2020 Bestand haben könnten, vielleicht daure es aber auch nicht mehr so lange.
Um nicht von negativen Entwicklungen überrascht zu werden, brauche Stadland ein Grundschul-Konzept, sagte Klaus Rübesamen. Grundlagen dafür sollten jeweils eigene Konzepte der Eltern, der Lehrer und der Gemeindeverwaltung sein, die bis zu den Sommerferien vorliegen und dann zu einem Zukunftsplan verschmolzen werden sollen. Dieser Zukunftsplan sei nicht in Stein gemeißelt, sondern könne jederzeit aktuellen Entwicklungen – positiven wie negativen – angepasst werden.
Klar sei aber, dass die Kommunalaufsicht beim Kreis keine Investitionen in Schulen ohne Zukunft zulassen und die Landesschulbehörde keine Lehrer in Klassen mit vier oder sechs Schülern schicken werde. Ulrich Gühlke, der kommissarische Leiter der Grundschule Seefeld, ergänzte, dass der Erhalt beider Schulen bedeute, dass es in jedem Haus irgendwann nur noch zwei Kombiklassen geben werde. Die Folge: Jedes Kollegium besteht nur noch aus zwei Lehrern.
In der Zwickmühle
In der Diskussion wurde schnell deutlich, dass Seefeld und Schwei in der Zwickmühle stecken: Nur starker Zuzug kann beide Schulen retten, doch gerade die Gefahr für die Schulen könnte den Zuzug verhindern. Andererseits wies ein Seefelder darauf hin, dass mehrere Seefelder und Reitlander in Stollhamm gebaut haben – wo es ja keine Schule mehr gibt –, weil in den eigenen Dörfern keine Bauplätze angeboten werden.
Eine Mutter aus Butjadingen, die in Stadland arbeitet, berichtete, dass sie ihr Kind in die Seefelder Schule gibt, weil gleich nebenan ein Hort angeboten wird. Und sie ist kein Einzelfall.
Die Ratsfrau Andrea Arens (Unabhängige) regte an, die Eltern der Schüler beider Grundschulen sollten bei der Suche nach einem Konzept zusammenarbeiten und nicht gegeneinander. Dieser Appell stieß bei den Seefelder Eltern auf positive Resonanz.
