Jeverland - Während die Schüler die Sommerferien genießen und ihrer Schule für sechs Wochen fernbleiben dürfen, herrscht in den Schulen Hochbetrieb: Es wird saniert, renoviert und gebaut.
Über den aktuellen Baufortschritt haben sich am Freitag Landrat Sven Ambrosy, Schulamtsleiter Stefan Thöle und Gebäudemanager Ünal Alpaslan auf einer kleinen Rundreise durch die Schulen im Jeverland informiert. Der Landkreis ist Träger der weiterführenden Schulen und damit auch für Sanierung und Instandhaltung zuständig.
Fassade freigelegt
Halt machten sie auch am neuen Oberstufengebäude des Mariengymnasiums Jever. Wie berichtet, wird das Gebäude seit gut einem Jahr komplett umgebaut und modernisiert. Das Besondere: Das Gebäude ist denkmalgeschützt und besteht aus vier ehemaligen Kasernentürmen aus den Jahren 1766 bis 1770. Im Jahr 1816 wurden die vier Gebäudeteile vereinigt.
Da das alte Gebäude im Innenbereich für den Schulbetrieb ungeeignet gewesen ist, die bauliche Substanz in einem schlechten Zustand war und es keine Flucht- und Rettungswege gab, war eine Sanierung zwingend erforderlich (die NWZ berichtete).
Zudem wird das Mariengymnasium Jever seine Außenstandorte in Zukunft aufgeben und alle Jahrgänge in Jever zentrieren. „Es ist sehr gut, dass wir mit dem neuen Gebäude Räume zur Verfügung haben, die allen Ansprüchen mehr als genügen“, sagte Dr. Martin Lichte, stellvertretender Schulleiter des Mariengymnasiums.
In enger Zusammenarbeit mit der unteren Denkmalschutzbehörde und dem Niedersächsischen Amt für Denkmalpflege ist die Putzschicht der Außenfassade abgelöst worden, um den alten Klinker wieder sichtbar zu machen. „Durch den Abbruch der Elefantenhaut sind viele Steine beschädigt worden“, erklärt Gebäudemanager Ünal Alpaslan. Die Klinkerfassade wurde teilweise mit gut erhaltenen Steinen der Kaserne, mit alten Steinen aus anderen Beständen und mit neuen Steinen wieder aufgebaut.
Gefördert wird die Sanierung mit 150 000 Euro aus Bundesmitteln. Weitere rund 40 000 Euro werden durch Stiftungen finanziert. Insgesamt kostet die Sanierung rund 2,2 Millionen Euro. Hinzu kommen weitere Kosten fürs Interieur. Die Bauarbeiten sollen zum Ende der Herbstferien abgeschlossen sein, so dass die Schüler dann im neuen Oberstufengebäude unterrichtet werden können.
Bauhalle wird umgebaut
Auch an den Berufsbildenden Schulen in Jever wird gebaut: Die Bauhalle wird saniert und umgebaut. Sie befand sich in einem schlechten baulichen Zustand. Künftig werden dort neben den Bauleuten auch die Logistiker untergebracht sein und praktischen Unterricht durchführen können. Die Sanierung kostet 1,5 Millionen Euro, 257 000 Euro werden durch die N-Bank gefördert. Zudem werden die Lehrküchen im Hauptgebäude saniert und neu eingerichtet. Kosten: 600 000 Euro.
An der Elisa-Kauffeld-Oberschule wird die neue Mensa hergerichtet. Sie soll Platz bieten für 120 Schüler und soll auch von den Grundschülern der angrenzenden Paul-Sillus-Grund schule genutzt werden. Der Landkreis investiert 250 000 Euro.
Mit dem Umbau des ehemaligen Lehrerzimmers, der Verwaltung und der Werkräume sind die Handwerker an der IGS Friesland in Schortens beschäftigt. Die Kosten belaufen sich auf 750 000 Euro.
