Wildeshausen - Die Fußball-Weltmeisterschaft vom 12. Juni bis 13. Juli in Brasilien wird wohl keinen Einfluss auf den Unterrichtsbeginn an Wildeshauser Schulen haben. Das bestätigen die Berufsbildenden Schulen (BBS), die Realschule und die Hauptschule. Auch der Landkreis wird den Schulbusverkehr nicht umstellen. „Das können wir gar nicht so kurzfristig“, sagt Maik Ehlers. Die Schulbusse führen im normalen Linienverkehr.
„Dienst ist Dienst und Freizeit ist Freizeit.“ So hat der Leiter der Realschule, Jan Pössel, auf den Vorschlag von Kultusministerin Frauke Heiligenstadt reagiert, den Schulen während der WM freie Hand beim Unterrichtsbeginn zu lassen. „In der Vorrunde ist das sowie kein Thema“, weiß Pössel. Da beginnen die Spiele der deutschen Mannschaft zweimal um 18 Uhr und am Sonnabend, 21. Juni, um 21 Uhr. Erst im Achtelfinale gebe es einen späten Spielanpfiff um 22 Uhr. „Wenn ein älterer Schüler während der WM zweimal erst um Mitternacht ins Bett kommt, ist das nicht so schlimm. Dann kann er auch um acht in der Schule sein“, so Pössel. Er könne sich noch an der WM-Finale 1978 in Argentinien erinnern. „Damals war ich noch Grundschüler. Deshalb durfte ich das Finale nicht sehen, weil ich am Montag in die Schule musste.“ Pössel werde seinen Kollegen empfehlen, nach späten Spielen der deutschen Mannschaft keine Klassenarbeit anzusetzen. Für die mündlichen Prüfungen der Abschlussklassen am 19. und 20. Juni sei kein anderer Termin möglich.
BBS-Schulleiter Gerd Albers sieht primär ein organisatorisches Problem. „Wir sind eine Kreisschule, die sowieso schon einen hohen Organisationsbedarf hat. Da könne und werde wegen der Fußball-WM der Schulbeginn nicht verschoben, allein schon wegen des Busverkehrs. Außerdem wäre es kein gutes Signal an die Betriebe. Die würden ihren Betriebsbeginn wegen der WM sicherlich auch nicht verschieben. Die jüngsten BBS-Schüler sind 16 Jahre alt, die meisten zwischen 17 und 21 Jahre. Während der gesamten Fußball-WM laufen an der BBS Abschlussprüfungen.
An der Hauptschule hat die Diskussion über einen späteren Beginn gerade begonnen, berichtet der stellvertretende Leiter Bernard Werner. „Wir haben noch nicht abschließend beraten, aber die Tendenz geht dahin, auch während der WM um acht Uhr mit dem Unterricht zu starten.“ Wie an der Realschule gebe es auch an der Hauptschule Kinder und Jugendliche, die aus Dötlingen nach Wildeshausen kämen und auf den Schulbus angewiesen seien.
