Wildeshausen - Zweimal schlecht, zweimal gut: So lässt sich die Lehrerversorgung an Wildeshauser Schulen beschreiben. Während das Gymnasium und die Realschule (RS) keinen Mangel an Fachlehrern haben, ist die Situation an der Hauptschule (HS) und den Berufsbildenden Schulen (BBS) nicht gut.

„In Physik und Chemie sieht es bei uns nicht so gut aus, da bräuchten wir dringend Lehrer, die diese Fächer auch studiert haben“, erklärt Dorit Hielscher, Rektorin der Hauptschule. Ein weiteres Mangelfach sei Musik. Da fehle ebenfalls ein ausgebildeter Musiklehrer. Eine durchgängige Unterrichtsversorgung könne in diesen Fächern somit nicht gewährleistet werden. Physik in den Klassen fünf bis sieben würde zum Beispiel auch ein Kollege unterrichten, der Technik studiert habe. In den oberen Klassen sei das aber nicht mehr möglich. An der Hauptschule mit 285 Kindern und Jugendlichen unterrichten 25 Lehrkräfte.

Solche Sorgen kennt Direktor Ralf Schirakowsiki am benachbarten Gymnasium nicht. „Bei uns gibt es keine Mangelfächer. Wir sind überall gut besetzt.“ 1200 Schüler werden von 100 Lehrern unterrichtet.

Auch sein Kollege Jan Pössel von der Realschule hat keinen Notstand. „Wir können sowohl in Physik als auch in Chemie alle Pflichtstunden bedienen.“ Das Fach Wirtschaft sei ebenfalls gut besetzt. Hier und da falle mal jemand wegen Elternzeit aus, aber das sei normal (derzeit in Musik und Wirtschaft).

Einen Unterschied habe er aber in den zehn Jahren, in denen er an der Realschule ist, beobachtet: „Heute können wir nicht mehr aus 15 Bewerbern für ein Fach auswählen, sondern freuen uns, wenn sich überhaupt ein oder zwei bewerben. Entscheidend sei die passende Fächerkombination. Wildeshausen liege aber im Hochschuldreieck Oldenburg-Bremen-Vechta recht günstig.

Derzeit würden die Ausschreibungen für das nächste Schuljahr vorbereitet. Die Realschule besuchen 770 Jungen und Mädchen. 50 Lehrer unterrichten dort.

Wenn BBS-Schulleiter Gerhard Albers auf das Thema Lehrerversorgung angesprochen wird, kriegt er schlechte Laune. „Die Unterrichtsversorgung bei uns liegt bei 83 Prozent und damit unter dem Landesdurchschnitt von 88 Prozent.“ Das Problem: „Wir kriegen keine Lehrerstellen zugewiesen. Das Land baut dieses Jahr 450 Stellen ab.“

An den BBS werden gut 2000 Schüler unterrichtet, ein Drittel Berufsschüler, zwei Drittel Vollzeitschüler. „Wir haben 120 Kollegen, uns fehlen aber zehn Lehrkräfte. Die Konsequenz: Unterricht muss ausfallen. Laut Albers seien es mehr als 250 Stunden pro Woche in den Fächern Mathematik, Deutsch, Englisch sowie in den Berufsfeldern Wirtschaft und Fahrzeugtechnik.

Christoph Koopmeiners Redaktion Cloppenburg