San Pedro Sula - Seit 15 Jahren unterstützt die Honduras-AG des Cloppenburger Gymnasiums das Kinderheim San Rafael nahe der Stadt San Pedro Sula. Schulleiter Andreas Weber, dessen Stellvertreter Norbert Dörner, die Projekt-und Spanischlehrerin Elisabeth Olberding sowie die Schülerinnen Lisa Weckbecker und Maria Stuntebeck besuchten jetzt für fünf Tage das Heim in Mittelamerika.
Im Hogar (Kinderheim) leben zurzeit 38 ehemalige Straßenkinder – alles Jungen im Alter von sechs bis 17 Jahren. Sie besuchen die angeschlossene Schule, die derzeit insgesamt 106 Jungen und Mädchen, auch aus umliegenden Dörfern, Bildung und – in Honduras wichtig – eine warme Mahlzeit am Tag bietet.
Zusammen mit einer Delegation der deutsch-honduranischen Gesellschaft unter der Leitung ihrer Vorsitzenden Irene Janssen wurde die Cloppenburger Gruppe mit lieben Worten, selbstkomponierten Liedern und einem lustigen Theaterstück im Hogar willkommen geheißen. Die herzliche Begrüßung für die Vertreter der Liebfrauenschule und die Tatsache, dass die deutsche Gruppe Spanisch sprach, erleichterten das gegenseitige Kennenlernen im Hogar.
Die Leiterin des Hogars, Altagracia Cruz, und deren Stellvertreter Giovanni Rivera führten die Cloppenburger über das Gelände, zu dem ein Fußballplatz, Wohnhäuser und eine kleine Bibliothek gehören. Weiterhin steht den Kindern ein gegen Regen geschützter Bereich zur Verfügung, wo sie essen und sich aufhalten können.
33 der internen Jungen besuchen die angeschlossene Schule, die sich ebenfalls auf dem Gelände des Hogars befindet und in der von 7 bis 12 Uhr Unterricht erteilt wird. Vier der älteren Jungen besuchen eine nahe gelegene weiterführende Schule, und einer studiert seit diesem Monat Lehramt in San Pedro Sula.
Vor jeder Mahlzeit wird ein Gebet gesprochen, dann wird das Essen in recht strenger Ordnung ausgegeben, und jeder muss im Anschluss sein Geschirr spülen. Der reibungslose Ablauf und die Disziplin waren beeindruckend.
Insgesamt war es für die Schülerinnen und Lehrer der Liebfrauenschule wichtig, den persönlichen Kontakt auszubauen und zu sehen, wohin das gesammelte Geld fließt. Im Hinterkopf war zudem die Idee, einen neuen Bus anzuschaffen. Dieser ist unverzichtbar, da er die gut 70 Schülerinnen und Schüler, die als Externe die Schule besuchen, sowohl von Zuhause abholt als auch wieder nach Hause bringt. Diese Kinder hätten sonst keine Möglichkeit, eine Schule zu besuchen.
Der Anblick des Transportmittels der Schüler verschlug AG-Mitglied Maria Stuntebeck beinahe die Sprache: „Es sah aus wie ein Gefängniswagen und ist absolut ungeeignet und viel zu gefährlich für den Transport von Schulkindern.“ Zum Teil werden einige Kinder zusätzlich noch auf der offenen Ladefläche eines alten Pick-ups transportiert.
