Varel - Inklusion an Schulen ist ein ehrgeiziges Ziel. Alle Schüler sollen, ob mit Beeinträchtigung oder ohne, ein gleichberechtigter Teil der Gesellschaft sein und Regelschulen besuchen können. Für die Schulen ist das eine gewaltige Herausforderung, der sich die Schulleiter der Schulen im Südkreis aktiv stellen. Sie haben sich am Dienstag zu einem Seminar im Waisenhaus mit dem Titel „Auf dem Weg zur inklusiven Schule“ getroffen. Mit dabei waren alle Schulleiter der Grundschulen und weiterführenden Schulen des Südkreises Friesland und die Vorsitzenden der Bildungsregion Friesland, die das Seminar unterstützt hat, Reinhold Harms und Henning Janssen.

„Wir sahen dringend den Bedarf, uns zu vernetzen“, sagt Markus Kaup, Schulleiter der Grundschule Obenstrohe. „Wir wollen Netzwerke schaffen und damit den Kindern den Übergang von einer Schulform in die andere erleichtern.“

Wie wichtig es ist, sich zu vernetzen und aktiv zu werden, betont auch der Experte Dr. Herbert Asselmeyer. Der Privatdozent der Uni Hildesheim war auf Einladung der Schulleiter nach Varel gekommen. Er erklärte unter anderem, wie wichtig es für eine Organisation ist, in sich zu funktionieren und sich gleichzeitig nach außen hin neuen Impulsen zu öffnen. In Bezug auf die Situation der Schulleiter heißt das: Sie müssen eine so genannte Rhythmusgruppe gründen, die den Takt vorgibt, nach dem die Inklusion voranschreiten soll. In dieser Gruppe müssten sich aber auch andere Akteure engagieren, etwa Vertreter des Landkreises und des Jugendamtes, so Asselmeyer. Einer der wichtigsten Aspekte für eine erfolgreiche Inklusion sei die Haltung der Akteure. „Inklusion ist ein langanhaltender Prozess. Aber man muss es wollen“, betont Asselmeyer. Jeder, der in der Rhythmusgruppe Inklusion mitarbeiten möchte, kann sich bei der Bildungsregion melden unter Tel. 04461/7488452.

Sandra Binkenstein
Sandra Binkenstein Thementeam Soziales