Jever - Das Kollegium des Mariengymnasiums Jever „stand selten so geschlossen hinter einer Maßnahme“ – nämlich der Absage des Abischerzes. „Das ist ein Signal an kommende Jahrgänge, sich nicht derart danebenzubenehmen“, sagte am Freitag eine Lehrerin der NWZ.

Wie berichtet, hatte die Schulleitung den für Mittwoch geplanten Abischerz der Schulabgänger abgesagt, nachdem am Dienstagabend das Lehrergrillen aus dem Ruder gelaufen war: Ein Abiturient war durch ein Oberlicht der Pausenhalle gefallen und hatte sich den Arm gebrochen. Zudem war laut Schulleiter Frank Timmermann ein Raum verwüstet worden.

„Am Morgen nach der Veranstaltung war die Mensa nicht – wie vereinbart – aufgeräumt worden und die Toiletten waren mit ganzen Rollen Toilettenpapier verstopft“, konkretisierte der stellvertretende Schulleiter Dr. Martin Lichte am Freitag. Er ist verärgert über den Vorwurf eines Abiturienten in der NWZ, es habe keine Aufsicht gegeben.

Denn beim „Lehrergrillen“ habe es es sich um eine Veranstaltung des Abiturjahrgangs gehandelt, nicht der Schule. „Die Organisatoren haben die Schlüssel bekommen mit der Auflage, sich auf die Mensa zu beschränken“, teilte Lichte mit. „Somit haben sie auch die Verantwortung übernommen für Durchführung und Reinigung.“ Dass die Vereinbarung nicht eingehalten wurde, war Grund für die Absage des Abi-Streichs.

Unabhängig davon ist Lichte zufolge der Sturz eines Abiturienten durchs Dach der Pausenhalle zu sehen. „Natürlich ist es ein großer Vertrauensbruch eines Einzelnen, aufs Dach zu klettern, sich auf eine gläserne Lichtkuppel zu setzen, die brach und mit ihm in die Pausenhalle fiel. Dafür machen wir eben nicht den Jahrgang verantwortlich, sondern den Einzelnen.“ Und der habe Glück gehabt, dass er mit einem Armbruch davonkam.