Ganderkesee - Bei den Planungen für den Erweiterungsbau am Gymnasium Ganderkesee gibt es offenbar Meinungsverschiedenheiten zwischen dem Schulvorstand und dem Landkreis Oldenburg über das Belüftungskonzept. Während der Landkreis als Bauherr eine dezentrale Entlüftungsanlage plant, wollen die Verantwortlichen der Schule, dass in jedem Unterrichtsraum so viele Fenster geöffnet werden können, dass eine ausreichende Frischluftzufuhr gewährleistet ist.

„Der Schulvorstand möchte sich mit Nachdruck dafür einsetzen, dass im Erweiterungsbau möglichst gute Rahmenbedingungen für Lernen und Unterricht zustande kommen“, heißt es in einer Presseerklärung von Schulleiterin Dr. Renate Richter, die zugleich Vorsitzende des Schulvorstands ist. Das geplante Belüftungskonzept betrachte die Schule „mit großer Sorge“. Ziel müsse es sein, dass eine ausreichende Frischluftversorgung auch dann möglich ist, wenn die Lüftungsanlage ausgeschaltet ist – etwa um während einer Klausur die Geräuschbelastung zu verringern.

Die Montage der Geräte „direkt über den Köpfen der Schülerinnen und Schüler“ wirke „drückend und bedrohlich“, heißt es weiter in der Erklärung des Schulvorstands. Er legt Wert auf die Feststellung, dass hier keineswegs „Sonderwünsche“ formuliert würden, sondern „lediglich die Sorgen des Landkreis-Fachplaners und die Erfahrungen anderer Schulen“ aufgreife.

Hintergrund des Belüftungskonzeptes sind die Vorgaben des Energieeinspeiseverordnung (EnEV). Auch in seinem eigenen Klimaschutzkonzept hat der Landkreis sich verpflichtet, eine Vorbildfunktion beim Bau eigener Gebäude zu übernehmen. Schulleiterin Dr. Richter und ihr Stellvertreter Andreas Lange haben sich vergangene Woche in einer Schule in Bad Essen über alternative Belüftungsanlagen informiert.

Wie Ludger Krone vom Hochbauamt des Landkreises auf NWZ -Anfrage sagte, sei für die Wärmerückgewinnung und die Energieeffizienz eine kontrollierte Be- und Entlüftung erforderlich. Vergleichbare Anlagen gebe es heute schon beim Neubau von Einfamilienhäusern.

Die Anlagen im Gymnasium wirkten „nicht bedrohlicher“ als ein Beamer, der unter der Decke installiert sei. Im übrigen sei der Schulleitung erläutert worden, dass sich pro Klassenzimmer drei Fensterflügel öffnen ließen, so Krone. Die Ausschreibung für den Rohbau laufe bereits. Der Baustart für den 4,2 Millionen Euro teuren Neubau soll im Sommer erfolgen.