Rastede - Die Enttäuschung ist groß, die Verärgerung noch größer: Jetzt hat der Vorsitzende des Schulelternrates an der Kooperativen Gesamtschule, Jörg Uhrig, die Reißleine gezogen und sein Amt zur Verfügung gestellt. Im Streit um die gestrichenen Klassenfahrten ist Uhrig das dritte Mitglied des Schulelternrates, das zurücktritt. Vor ihm hatten bereits seine Amtsvorgängerin Petra Kickler und Vorstandsmitglied Bernd Wüstenbecker aufgegeben.
Den Ausschlag habe eine Abstimmung der Lehrer gegeben, sagt Uhrig. 73,2 Prozent der Lehrer hätten vorige Woche in einer Personalversammlung dafür gestimmt, an der Aussetzung der Klassenfahrten festzuhalten. „Unsere Versuche, Bewegung in die Sache zu bringen, sind gescheitert“, stellt Uhrig nüchtern fest, der auch den Gemeindeelternrat verlässt.
Seit den Sommerferien war der 46-Jährige Vorsitzender des Schulelternrates. „Ich bin mit Zuversicht angetreten. Wir haben runde Tische veranstaltet, Briefe an die Ministerin geschrieben und sind auf die Lehrer zugegangen“, sagt er. Doch: „Wir sind keinen Schritt weitergekommen, eine Zusammenarbeit war offenbar nicht gewünscht.“
Ein Entgegenkommen der Lehrer sei nicht festzustellen gewesen, bedauert Uhrig. Möglicherweise seien die Versuche der Elternvertreter nicht ausreichend im Kollegium kommuniziert worden, vielleicht seien sie auch einfach wahrgenommen, aber nicht gewürdigt worden. Uhrig kommt in jedem Fall zu dem Schluss: „Dafür ist mir meine Zeit zu schade.“
Seit zwölf Jahren engagiert er sich in der Elternarbeit, damals kam die Tochter des Metjendorfers in den Kindergarten. An der Grundschule und nun an der KGS war er in den Gremien aktiv. Erst im Dezember war er als stimmberechtigtes Mitglied in den Schulausschuss des Rasteder Gemeinderates berufen worden.
Der Schulelternrat an der KGS steht nun vorerst ohne Vorsitzenden da. Kommenden Montag soll in einer internen Vorstandssitzung über das weitere Vorgehen beraten werden.
