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Claudia Holst wird „Elterntrainerin“. Mit der NWZ unterhält sie sich über die Einrichtung der Schulvorstände.
Von Christian Quapp
Frage:
Frau Holst, haben Sie sich schon um einen Sitz im Schulvorstand beworben?
Holst:
(lacht) Nein, so weit ist es noch nicht. Ich weiß noch gar nicht, ob ich in einem Schulvorstand dabei sein werde. Im Moment bin ich ja im Schulelternrat der Grundschule Lange Straße. Mein Sohn ist in der vierten Klasse. Bevor die Schulvorstände also eingesetzt werden, wechselt er die Schule und ich mit ihm. Und dann müsste ich ja auch noch gewählt werden.
Frage:
Aber Sie sind momentan die Expertin für die Elternbeteiligung?
Holst:
Das Kultusministerium hat in Zusammenarbeit mit dem Landeselternrat eine Ausbildung für so genannte „Elterntrainer“ angeschoben. Diese Ausbildung läuft im Moment. Im neuen Schuljahr werde ich dann Eltern, die Interesse an einer Mitarbeit im Schulvorstand haben, in Seminaren schulen.
Frage:
Vorher wollten Sie aber schon die Elternräte informieren...
Holst:
Wir kennen uns ja alle über den Gemeindeelternrat und ich bin gebeten worden, den anderen Eltern einen Überblick zu geben. Der Schulvorstand ist immerhin ein völlig neues Gremium, das die Mitbestimmungsmöglichkeiten in der Schule verändert.
Frage:
Inwiefern?
Holst:
Der Schulvorstand wird zur Hälfte aus Lehrern, und zu je einem Viertel aus Eltern und Schülern besetzt. An der Grundschule sind es je zur Hälfte Lehrer und Eltern.
Frage:
Und wie wird die Besetzung laufen?
Holst:
Aus dem Kreis der Eltern kann sich jeder um einen Platz bewerben, wählen kann aber nur der Schulelternrat
Frage:
Sie sagten, die Möglichkeiten der Mitbestimmung ändern sich. Zum Guten oder zum Schlechten?
Holst:
Ich will gar nicht von schlechter oder besser reden, es wird anders. Ich möchte, dass die Eltern wissen, was auf sie zu kommt und welche Möglichkeiten sie haben.
Frage:
Glauben Sie, es wird schwierig, die Schulvorstände zu besetzen?
Holst:
Ich glaube, das wird an jeder Schule anders sein. Es wäre natürlich schade, wenn an einigen Schulen die Plätze für Schüler und Eltern im Vorstand nicht vollständig besetzt werden könnten. Ich kann mir aber nicht vorstellen, dass so etwas passiert.
Frage:
Und welche Aufgaben kommen auf die Eltern im Schulvorstand zu?
Holst:
Der Schulvorstand wird über die meisten wichtigen Fragen entscheiden. Bei der Gesamtkonferenz verbleibt die Entscheidung über die pädagogischen Fragen. Haushaltsmittel, Namensgebung, Sponsoring oder Schulpartnerschaften – das sind alles Bereiche, in denen der Schulvorstand zukünftig entscheiden wird. Die endgültige Verantwortung verbleibt aber bei der Schulleitung.
Frage:
Und was müssen die Eltern dafür tun?
Holst:
Sie müssen sich natürlich klar sein, dass sie vor allem Zeit einsetzen müssen. Man muss sich über die anstehenden Themen informieren, seine Gedanken machen und bereit sein, auch Verantwortung zu tragen. Und natürlich ist die Tätigkeit ehrenamtlich.