CDU, UWG und FDP verweisen auf den Elternwillen. Im Fachausschuss sind auch Eltern-, Schüler- und Lehrervertreter stimmberechtigt.
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Bad Zwischenahn -
Vor allem ein Thema wird den Schulausschuss am Dienstag, 11. September, 17 Uhr im Haus Brandstätter, beschäftigen: die Zukunft der Schullandschaft in Bad Zwischenahn. Sollen Hauptschule und Realschule zusammengefasst werden, und wenn ja wie und wann? Eine einheitliche Meinung der Fraktionen gibt es zu dem Thema nicht. Die Gemeindeverwaltung geht mit dem unveränderten Beschlussvorschlag in den Ausschuss, dass beide Schulen auf Grundlage des eingereichten Konzepts aus dem März dieses Jahres zum Schuljahr 2013/14 zur Oberschule werden (die NWZ berichtete). Eine Entscheidung war vom Fachausschuss vor der Sommerpause vertagt worden. Soll der Zeitplan eingehalten werden, muss bis Ende Oktober dieses Jahres ein Antrag gestellt werden. Endgültig entscheiden muss der Gemeinderat, der am 9. Oktober zusammenkommt.
Die NWZ fasst die derzeitigen Haltungen der Fraktionen zusammen. Allerdings finden noch Gespräche statt, so dass das Stimmungsbild nicht unbedingt das Abstimmungsergebnis im Fachausschuss wiedergeben muss – nicht zuletzt, weil dort auch Schüler-, Eltern- und Lehrervertreter stimmberechtigt sind.
Die CDU hat ihre Haltung nicht verändert, „weil sich die Fakten zum Thema Oberschule auch nicht verändert haben“, so Fraktionsvorsitzende Maria Bruns. Die Christdemokraten votieren für eine Oberschule ohne gymnasialen Zweig (und stimmen damit der Verwaltungsvorlage zu), „weil es Schüler-, Lehrer- und Elternwille ist, eine OBS ohne gymnasialen Zweig zunächst einzuführen“. Zudem fordere die Zusammenlegung stark die neue Zusammenarbeit der beiden Lehrerkollegien. Hinzu komme, dass an der neuen OBS der verbindliche Ganztagsunterricht eingeführt wird. Dies sei vom neu zu bildenden Lehrerkollegium ebenfalls zu bewältigen. Auch Manfred Janssen (Landesschulbehörde) habe empfohlen die OBS mit gymnasialen Zweig noch nicht einzuführen. Das Konzept der beiden Schulen sehe eine Überprüfung in regelmäßigen Abständen vor. Nicht zuletzt sprächen mögliche Probleme beim Übergang von der Klasse 10 der OBS in Klasse 11 des Gymnasiums dagegen.
Die SPD sieht das anders: „Unsere Fraktion vertritt mit großer Mehrheit die Position, die wie von Beginn an hatten: eine Integrierte Gesamtschule“, so Fraktionschef Detlef Dierks. Da dies derzeit nicht umzusetzen sei, bleibe als „einzig denkbarer Kompromiss“ eine OBS mit gymnasialem Zweig. Eine Veränderung der Schullandschaft könne nicht das Argument gegen eine solche Schule sein, allein der pädagogische Wert sei entscheidend. Dierks kündigte an, dass die Mehrheit der Fraktion dem Verwaltungsvorschlag nicht folgen werde. Auch werde er noch vor der Sitzung ein Gespräch mit den Grünen suchen.
Die Grünen setzen sich ebenfalls nach wie vor „für die Einrichtung einer Integrierten Gesamtschule ein. Ihr Fazit: Eine Oberschule ohne gymnasialen Zweig ist keine Verbesserung der Schullandschaft für die Schülerinnen und Schüler. Mit gymnasialem Zweig wäre eine Oberschule zumindest mit einer KGS vergleichbar, so Fraktionschef Ludger Schlüter. Westerstede zeige, dass dies auch an einem Standort mit Gymnasium möglich sei. Nicht schlüssig sei die Angst des Gymnasiums vor negativen Auswirkungen eines gymnasialen Zweigs. So könnten im Sekundarbereich I Arbeitsgemeinschaften schulübergreifend angeboten werden. Und auch das Argument, die Breite des Angebots in der Oberstufe müsse reduziert werden, sei falsch, da künftig eher mehr Schüler die Voraussetzung zum Besuch der Oberstufe erfüllen würden. Schlüter spricht sich deutlich gegen eine vorschnelle Einführung der Oberschule aus: „Wer sich jetzt für eine Oberschule entscheidet, verhindert die Einführung einer IGS für mehr als fünf Jahre.“ Deshalb plädieren die Grünen für einen Zusammenschluss von Hauptschule und Realschule zum 1. August 2013 zu einer Haupt- und Realschule, das Abwarten der Landtagswahl, eine Elternbefragung im Frühjahr 2013 und eine Beschlussfassung im September des Jahres.
Die UWG kann sich mit dem Verwaltungsvorschlag anfreunden: „Die Änderung mit der Einrichtung eines gymnasialen Zweiges wird von der UWG zur Zeit nicht als Option angesehen. Wir möchten uns dem Elternwillen anschließen und werden dem Antrag der Verwaltung für die Einrichtung einer Oberschule zustimmen“, teilt Fraktionschef Diethard Dehnert mit.
Die FDP, so Fraktionsvorsitzender Bernd Janßen, betont ebenfalls, sich nach dem Elternwillen richten zu wollen – und der spreche derzeit klar für eine Oberschule ohne gymnasialen Zweig. Nicht ausschließen wollte Janßen aber, sich gegebenenfalls nach weiteren Diskussionen mit Eltern mit „für Schüler besseren Möglichkeiten“ zu befassen.