SEDELSBERG - Fleißig sitzen die Schüler der Klasse vier der Astrid-Lindgren-Grundschule in Sedelsberg an ihren Tischen und arbeiten. Doch es ist nicht etwa Mathe oder Deutsch, was sie da lernen. An diesem Morgen steht Basteln auf dem Stundenplan. Eine Gruppe Mädchen malt ein Plakat, auf das sie in großen bunten Zahlen „150“ geschrieben haben. Eine andere Gruppe malt ein Poster, auf dem sie das Nagelspiel anpreisen.
Dieses Spiel können die Gäste der Grundschule am Sonnabend, wenn die Schule ihren 150. Geburtstag feiert, spielen. Und noch viel mehr wird geboten. So haben die Lehrer mit ihren Schülern ein attraktives Bühnenprogramm mit Sketchen, Liedern und Tänzen vorbereitet.
Gezeigt wird das Bühnenprogramm in der Schulaula, wo eigens eine Bühne aufgebaut wird. Eingebunden in dieses Bühnenprogramm zum Schulfest sind alle 153 Jungen und Mädchen der acht Grundschulklassen sowie die zehn an der Schule unterrichtenden Lehrer; aber auch die Eltern der Schulkinder und der Förderverein bringen sich am Sonnabend auf dem Schulfest ein, wenn es heißt: 150 Jahre Schulunterricht in Sedelsberg.
Auf dem Pausenhof werden attraktive Spiele wie „Der heiße Draht“, Bälle werfen, Schubkarren-Wettrennen, eine Kreiselwerkstatt oder aber Sackhüpfen und vieles mehr geboten. Dazu gibt es in der Schule eine historische Fotowand, auf der 150 Jahre Schulgeschichte in Sedelsberg sowie eine große Fotoausstellung gezeigt werden.
Unter anderem sind dort auch Bilder der ersten Schule zu sehen, die im Jahr 1863 errichtet wurde. Einen Lehrer gab es schon seit 1861. Vor dieser Zeit mussten die Kinder nach Scharrel oder Neuscharrel zur Schule gehen. In dem „neuen“ Haus (siehe ovales Bild) unweit der Kirche wurde unterrichtet – zudem war es das Zuhause des Lehrers. Heinrich Hollinden war der erste, der in den bescheidenen Hüttchen mit einem Zimmer und einem Schweinestall (Foto Anbau vorne rechts) lebte. Im Klassenraum, der 20 Quadratmeter maß, fanden 21 Schüler Platz.
Heute hat die Schule, die von Manfred Nawrath geleitet wird, 153 Schüler. „Damals wurden die Lehrer nach der Anzahl der Schüler bezahlt“, sagt Nawrath schmunzelnd. Im Vergleich zu damals wäre sein Verdienst mehr als sieben Mal so hoch wie der Hollindens.
Heute sei das anders, so Nawrath, schließlich gebe der Schuleinzugsbereich vor, welches Kind zu welcher Schule gehe. Die Schüler gehen allerdings auch nicht mehr zum alten Schulgebäude bei der Kirche, sondern lernen im Schulgebäude an der Hauptstraße, dass ursprünglich auch schon 1902 errichtet wurde, aber durch regelmäßige An- und Umbauten heute ein modernes Gebäude ist.
