Bad Zwischenahn - Verändert habe sich in der Erwachsenenbildung im Laufe der Jahrzehnte einiges, meint Jonny Hinrichs. Und er dürfte es wissen, ist er im Ammerland doch ein „Mann der ersten Stunde“ – nicht nur als eines von sieben Gründungsmitgliedern der „Kreisarbeitsgemeinschaft für ländliche Erwachsenenbildung (LEB) im Landkreis Ammerland“, sondern auch als deren ehrenamtlicher Geschäftsführer seit nunmehr fünf Jahrzehnten.

Am 3. November 1964 wurde die Kreisarbeitsgemeinschaft gegründet, als eine von seinerzeit gut 40 landesweit. Sie sind so etwas „wie die Exekutive der Landes-LEB“, meint Regionalleiter Weser-Ems Friedrich Reuter. Soll heißen: In Hannover laufen die Fäden zusammen, vor Ort findet die Bildungsarbeit statt. Die LEB e.V. auf Landesebene wurde 1951 gegründet, unter Federführung des Landvolks und unter Beteiligung von Landjugend, Landfrauen, ländlichen Heimvolkshochschulen und Landwirtschaftskammern. Von Hannover aus sollte die Erwachsenenbildung durch Gründungen auf Kreisebene in die Fläche getragen werden.

„Erwachsenenbildung gab es auch schon vor 1964“, erinnert sich Hinrichs. Auch die Kreisarbeitsgemeinschaft, wie Korrespondenz aus den 1950er Jahren sowie ein Briefkopf mit Datum vom 1. Oktober 1959 belegt. Der Eintrag ins Vereinsregister erfolgte aber erst im November 1964. Dr. Scholz, Lehrer der Landwirtschaftsschule, hatte die Anfänge gemacht und wurde auch erster Vorsitzender der Kreisarbeitsgemeinschaft. Ihm folgten Jan-Dieter Osmers, Udo Wempen und aktuell Almuth Neumann – stets mit Hinrichs als Geschäftsführer an der Seite.

Geblieben ist bis heute – ungeachtet der Erschließung weiterer Geschäftsfelder und der angebotsorientierten Bildung – die klassische Ausrichtung der LEB: als pädagogischer Partner von Vereinen und Gruppen im Landkreis. Sie führt die Bildungsarbeit nicht selber durch, sondern berät und unterstützt ihre Mitglieder – vom Landfrauenverein über Kneipp-Verein bis hin zu Bürgervereinen. „Im Verein spielt das Leben“, bringt es Reuter auf den Punkt, der 1987 durch eine Arbeitsbeschaffungsmaßnahme als erster hauptberuflicher Mitarbeiter zur LEB gestoßen ist. Die ist seit 1970 auf Landesebene anerkannter Träger der Erwachsenenbildung und erhält – anders als die Mitgliedsvereine – Förderung des Landes.

Eine der vordringlichsten Aufgaben für die Zukunft sieht Hinrichs in der Gewinnung junger Leute für die Vorstandsarbeit in Vereinen und Organisationen. Dabei gelte aber auch: „Erwachsenenbildung ist ohne Hauptberufliche nicht machbar.“ Aber auch, wie Reuter es ausdrückt: „Mit hauptamtlichen Mitarbeitern kann das Ehrenamt unterstützt werden.“

Gefeiert wird das Jubiläum am 20. November mit geladenen Gästen im „Ohrweger Krug“. Landschaftspräsident Thomas Kossendey wird über „Kultur auf dem Lande – nicht nur Platt“ reden.

Markus Minten
Markus Minten Stadt Oldenburg und Ammerland (Leitung)