Friesoythe - Das Thema Inklusion, bei dem es darum geht, dass kein Mensch in der Gesellschaft ausgegrenzt werden darf, spielt vor allem in Grundschulen eine immer größere Rolle. Denn Kinder mit Behinderungen können fortan eine Grundschule besuchen und müssen nicht zwangsläufig auf eine Förderschule. Dieser positive Ansatz der Integration stellt die Grundschulen aber vor so manche Herausforderungen – und zwar nicht nur die Lehrkräfte, sondern auch die vielen pädagogischen Mitarbeiter.

Das Bildungswerk Friesoythe hatte in einem Modellprojekt, das vom Land Niedersachsen gefördert wurde, den pädagogischen Mitarbeiterinnen an Grundschulen jetzt eine Fortbildung in Sachen Inklusion angeboten. 15 Frauen aus der Region nahmen an dem 100 Stunden umfassenden Seminar erfolgreich teil. Jetzt konnten sie ihre Zertifikate entgegennehmen. Dozentin Ulla Hilgefort attestierte den Absolventen „außergewöhnliches Engagement und hohe Qualität“.

Inhalte der Fortbildung waren unter anderem „Kenntnis der Bedeutung und rechtliche Rahmenbedingungen der Inklusion“, „Sicherheit im Umgang mit der eigenen Rolle im System der inklusiven Schule“ und „Umsetzung und situationsgerechte Anwendung pädagogischer Handlungsmöglichkeiten unter inklusiven Aspekten“.

Die Teilnehmerinnen waren so intensiv bei der Sache, dass sie über das geforderte Maß hinaus tätig waren. Sie initiierten eine Umfrage in Kindergärten und Grundschulen. Lehrer, Erzieher, Eltern und Kinder wurden zum Thema Inklusion befragt. Die Auswertung der Umfrage und viele weitere Informationen zur Inklusion haben sie dann zu einer mobilen und interaktiven Ausstellung aufbereitet.

Erstmals wird die Ausstellung an diesem Sonntag beim Familiensporttag in der Gehlenberger Sporthalle präsentiert. Dann folgen in den nächsten Monaten jeweils zweiwöchige Ausstellungen in Schulen (Oktober: Grundschulen Hohefeld und Altenoythe, November: Grundschulen Garrel und Wildeshausen, Dezember: Grundschule Harkebrügge, Januar: Paul-Gerhard-Schule Cloppenburg, Februar: Realschule Friesoythe). „Ziel soll es sein, Pädagogen, Eltern und Kinder für das Thema Inklusion zu sensibiliseren, denn es ist noch viel Potenzial vorhanden“, sagte Hilgefort.

An der Fortbildung nahmen erfolgreich teil: Annegret Arkenberg (Wildeshausen), Nadja Grotjan (Garrel), Rita Preuth (Garrel), Mechthild Többen (Neuvrees), Ursula Wiese (Garrel), Hiltrud Osterloh (Garrel), Marita Grotjan (Garrel), Gisela Baumann (Gehlenberg), Beate Hilgefort (Varrelbusch), Annette Kohler (Garrel), Birgit Rosemeyer (Harkebrügge), Ljubow Hartung (Friesoythe), Claudia Krüger (Dötlingen), Annette Möller (Friesoythe) und Maria Helmes (Löningen).

Die nächste Fortbildung wird im März 2015 angeboten. Nähere Informationen erteilt das Bildungswerk unter t  04491/93300.

Carsten Bickschlag
Carsten Bickschlag Redaktion Münsterland (Leitung Cloppenburg/Friesoythe)