Bösel - Für Heinrich Hoppe brechen die letzten Tage an: Am Mittwoch ist er im Rathaus offiziell verabschiedet worden. Seinen letzten Arbeitstag hat der Hausmeister am Freitag. Dann beginnt für den 60-Jährigen die passive Phase der Altersteilzeit. Seit November bereits hatte der Hausmeister Zeit, seinen Nachfolger an der Oberschule in Bösel sowie an der St.-Martin-Schule, Hermann-Josef Jöring, in die Aufgaben einzuweisen. Für die BiB-Arena, die Sporthalle Jahnstraße und für die Petersdorfer Grundschule zuständig ist seit 2000 Andreas Meyer. „Ich bin ins kalte Wasser geworfen worden“, erinnert sich Hoppe an seinen Start vor 29 Jahren, am 1. April 1985.
In fast drei Jahrzehnten seines Wirkens hat Heinrich Hoppe viel erlebt: 29 Einschulungen – darunter als Schüler sein Nachfolger Hermann-Josef Jöring –, 29 Entlassungen, 100 Lehrer, sieben Schulleiter an den drei Schulen und rund 3000 Schüler, drei Gemeindedirektoren und ein Bürgermeister wechselten. „Ich habe viele kommen und gehen sehen.“ In seiner Zeit gab es sechs Neu- und Erweiterungsbauten, etwa die Einrichtung der Realschule, der Ganztagsschulbetrieb, der Mensabau oder der Bau der BiB-Arena. Viele Erfahrungen hat gesammelt. So einiges habe er aufgeschrieben, vieles sei aber „auf der Festplatte hier oben“, sagt Heinrich Hoppe und tippt sich an die Stirn.
Der gelernte Elektroinstallateur hatte eigentlich eine gute Arbeit in Friesoythe, sich aber dann auf Anraten eines Bekannten auf die frei werdende Stelle des Hausmeisters für die drei Böseler Schulen und die Sportstätten beworben. „Ich war anfangs für 5000 Quadratmeter zuständig“, hat er aus seinen Aufzeichnungen entnommen. Im Laufe der Jahre wurden daraus 11 000 – soviel wie „140/150 Wohnungen“, hat Hoppe errechnet.
Hoppe wirkte im Hintergrund, großes Aufhebens ist seins nicht. Er sorgte für einen reibungslosen Ablauf bei Schulveranstaltungen und außerschulischen Angeboten. Ansprechpartner war er auch, wenn abends Veranstaltungen in Schulen oder Sporthallen liefen. „Wenn ein Kochkursus in der Oberschule stattfindet und der Ofen nicht heiß wird, dann war ich gefragt.“ Auch zu den Euro-Musiktagen, wenn Hunderte Besucher in Klassenräumen und Sporthallen einquartiert wurden, war er gefragt, ebenso wie bei Theateraufführungen der DJK oder Blutspendeterminen.
Eine 60-Stunden-Woche sei keine Seltenheit gewesen, berichtet der dreifache Familienvater, der zumeist morgens der Erste und abends der Letzte war. Ohne seinen Schlüsselbund ging dabei nichts. „Wenn ich den verliere, merke ich das schon nach 100 Metern“, schildert Hoppe – und Jöring (32), ebenfalls gelernter Elektroinstallateur, kann das bestätigen: „Die Räume, in die der Hausmeister muss, sind ja zumeist abgeschlossen.“
Jöring, verheiratet und Vater eines Sohnes, sieht sich gut gerüstet für die Übergabe des „Staffelstabs“. Er war zuletzt bei einem Friesoyther Elektrounternehmen für den Bereich Hausgerätetechnik zuständig und kennt sich auch in der EDV gut aus. An der Oberschule hatte er bereits die EDV-Werkstatt geleitet.
Hoppe, dessen Lebensmotto „Leben und leben lassen“ ist, geht mit „einem lachenden und einem weinenden Auge“. Er freut sich auf einen neuen Lebensabschnitt, auf ausgedehnte Fahrradtouren, sein Haus und den Garten. Und auf mehr Zeit für seine vier Enkel. Das älteste wird im Sommer eingeschult – an „Opas Schule“.
