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NWZonline.de Ratgeber Beruf & Bildung

Autos ganz individuell ausrüsten

08.06.2019

Sindelfingen Sitzpolster, Cockpit-Armaturen und optional ein Getränkehalter – wer sich durch einen Fahrzeugkonfigurator klickt, bekommt einen Eindruck davon, wie viele Einzelteile und Details im Innenraum eines Pkw eine Rolle spielen. Sicher, komfortabel und stilvoll soll die Fahrt im Auto sein. Dafür sorgt Nataly Schleif. Die 20-Jährige absolviert eine Ausbildung zur Fahrzeuginnenausstatterin bei Daimler im Mercedes-Benz Werk Sindelfingen. Dies ist nur einer von zahlreichen Berufen rund um den Fahrzeugbau.

Nataly Schleif formt und polstert Sitze, verlegt Teppichböden oder Kunststoffmatten und dichtet Türen wie Fenster ab. Lenkräder und Armaturenbretter werden mit Leder überzogen, Fahrzeughimmel verkleidet, Verdecke für Cabrios gefertigt. Daneben verlegt Schleif Kabel und Leitungen etwa für Klimaautomatik, Zentralverriegelung und Fensterheber und montiert die entsprechenden Schalter dafür. „Der Job ist wirklich sehr spannend und abwechslungsreich“, erklärt Schleif.

Der Beruf des Fahrzeuginnenausstatters ist nicht auf Pkw beschränkt – Lastwagen, Busse, Züge, Schiffe und Flugzeuge fallen ebenfalls ins Aufgabengebiet. Entsprechend kann man bei sehr verschiedenen Unternehmen arbeiten.

„Bewerber müssen einen Sinn für Form und Farben haben“, sagt Michael Assenmacher vom Deutschen Industrie- und Handelskammertag (DIHK) in Berlin. Nur dann können sie Fahrzeuge stilvoll und nach Kundenwünschen ausstatten. Neben handwerklichem Geschick brauchen Fahrzeuginnenausstatter wegen der im Fahrzeug verbauten Elektronik einen Sinn für Technik.

Zunehmend montieren die Fachleute Sonderausstattungen. „Das können etwa spezielle Massagesitze, Kühlschränke, Spiegel fürs Schminken oder Halter für die Wasserflasche sein“, erzählt Schleif.

Nicht alle Auszubildenden in ihrem Beruf haben wie sie das Abitur. Rechtlich ist keine bestimmte Schulbildung vorgeschrieben, die meisten Betriebe stellen laut Bundesagentur für Arbeit Bewerber mit Mittlerer Reife ein. Gute Chancen, einen Ausbildungsplatz als Fahrzeuginnenausstatter zu bekommen, hat, wer fit in Mathematik ist. Denn die Menge an Stoff oder Leder, die etwa für Sitze benötigt werden, muss auf den Millimeter genau berechnet werden. „Mich hat es gereizt, mein Interesse für Autos mit meinem Hobby Nähen zu verbinden“, begründet Schleif ihre Berufswahl.

Der Alltag von Fahrzeuginnenausstattern wandelt sich im Zuge neuer Moden. „Es zeichnet sich der Trend ab, dass in Autos zunehmend Bildschirme oder Tablets eingebaut werden“, erklärt Assenmacher. Auch recyceltes Ökomaterial, beispielsweise bei Sitzen, könnte in absehbarer Zeit mehr und mehr zum Einsatz kommen. Schleif freut sich auf die Herausforderungen, die auf sie zukommen – und vor allem darauf, die vielfältigen Grundlagen des Berufs zu erlernen.

Dazu gehört, Schablonen anzufertigen und anschließend Werkstoffe zuzuschneiden. Zum Beispiel für eine Sonnenschutzblende aus Leder, in der sich ein Spiegel befindet. Dafür nehmen Fahrzeuginnenausstatter die Maße, fertigen eine Schablone an und übertragen die Maße auf das ausgewählte Leder. Spezielle Maschinen helfen dabei, Kanten zu glätten und Einzelteile zusammenzunähen. Dann wird der Spiegel zugeschnitten und eingefügt. Längst nicht alles erledigen Maschinen. Ziernähte für ein mit lederbezogenes Lenkrad entstehen oft in Handarbeit. Gleiches gilt, wenn etwa die Sitze eines Familienautos mit den Initialen von Vater, Mutter und Kindern versehen werden.

Beim Polstern von Sitzen geht es darum, Schaumstoffwürfel in die gewünschte Form zu pressen und mit Stoff zu überziehen. Die Auszubildenden lernen, Materialien wie Holzwerkstoffe, Metalle oder Kunststoffe zu be- und verarbeiten. „Das ist eine ganze Menge Fertigkeiten, die wir im Job später brauchen“, sagt Schleiff. Ebenfalls auf dem Ausbildungsplan steht, wie etwa ein Navigationsgerät, ein Radio, ein Airbag oder Motoren für die elektrische Sitzverstellung ein- und ausgebaut werden und was dabei beachtet werden muss. Die angehenden Fachleute lernen daher, wie man technische Zeichnungen und Unterlagen erstellt und richtig liest.

Nach der Ausbildung arbeitet man in der Automobilindustrie, in Betrieben des Flugzeug-, Eisenbahn- und Schiffbaus, in Fahrzeugpolstereien oder -sattlereien und weiteren Betrieben, die Fahrzeuge individuell auf Kundenbedürfnisse anpassen.

Wer beruflich weiterkommen möchte, kann Textil- und Bekleidungstechnik studieren – oder aber eine Prüfung als Industriemeister in der Fachrichtung Fahrzeuginnenausstattung ablegen. Letzteres hat Schleif vor. „Aber erstmal möchte ich nach dem erfolgreichen Abschluss meiner Ausbildung zwei Jahre lang Berufserfahrungen sammeln“, sagt sie.

Fest steht: Fachleute wie Schleif werden definitiv gebraucht – nicht zuletzt auch für E-Fahrzeuge, auf die sich die Autobranche zunehmend einstellt. „Auch in elektrisch angetriebenen Wagen sollen es Fahrer wie Mitfahrer schließlich behaglich haben“, betont Assenmacher.

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