Zetel - Amandine Robart benutzt einen Trick. Die 25-jährige Frau aus Paris tut so, als könne sie gar kein Deutsch. „Ich spreche mit den Kindern nur Französisch, und sie verstehen mich, weil sich vieles aus dem Kontext erschließt“, sagt sie. Am Dienstag war die junge Frau mit dem „France-Mobil“ aus Bremen nach Zetel an die Integrierte Gesamtschule gekommen, um den Fünftklässlern einen spielerischen ersten Kontakt mit der französischen Sprache zu ermöglichen.
Nach kurzer Zeit schon spielen die Mädchen und Jungen eine französische Version von Reise nach Jerusalem, in der es auf Farben ankommt – und natürlich darauf, sich schnell einen der Stühle zu ergattern. Erklärt hat Amandine Robart das Spiel auf Französisch, genauso wie die Farben. „Schaut mal, was ihr alles gelernt habt in nur einer Schulstunde“, sagt sie am Ende, und die Überraschung ist gelungen: Dass sie Deutsch spricht, hätte keiner der Schüler gedacht.
Im nächsten Schuljahr müssen sich die Mädchen und Jungen entscheiden, ob sie Französisch oder Spanisch als zweite Fremdsprache lernen wollen. Mit dem „France-Mobil“ lernen die Schüler die Sprache schon einmal kennen, wie sie klingt, wie sie sich anfühlt. „Eine Sprache ist mehr als nur die Noten, die man dafür in der Schule bekommt. Man sollte sich für die Sprache entscheiden, die einem besser gefällt. Wir wollen ein paar Klischees zerstören, wie zum Beispiel, dass Französisch so eine schwere Sprache ist“, sagt Amandine Robart.
Sie ist mit dem „France-Mobil“ jeden Tag in einer anderen Schule in Bremen und Niedersachsen. Das „France-Mobil“ ist eine Aktion des Deutsch-Französischen Jugendwerks und des Institut français mit Unterstützung der Robert Bosch Stiftung. Zwölf Lektoren sind deutschlandweit unterwegs.
Alina (11 Jahre)
„Ich war noch nie in Frankreich, aber ich habe schon ein bisschen Französisch gelernt. In der Grundschule hatten wir eine AG, da konnte man Französisch lernen. Wenn ich an Frankreich denke, fällt mir als erstes der Eiffelturm ein. Und dass da schöneres Wetter ist als bei uns. Ich würde gerne mal auf den Eiffelturm raufgehen.
Mir haben heute die Spiele auf Französisch Spaß gemacht. Ich mag die Sprache und finde, sie hört sich schön an. Wenn ich mich dafür entscheiden muss, Französisch oder Spanisch in der Schule zu lernen, werde ich Französisch nehmen.“
