Rodenkirchen - „Bonjour und Moin Moin.“ Mit diesen Worten hat Bürgermeister Klaus Rübesamen am Montagmorgen die insgesamt 42 Kinder und sechs Betreuer aus der französischen Partnergemeinde Petit Caux begrüßt. Die Zehn- und Elfjährigen kommen von der Grundschule in Biville.

Mit dabei waren auch die 38 Viertklässler der Grundschule Rodenkirchen. Sofort nach dem ersten Aufeinandertreffen lag Freundschaft in der Luft, obwohl sich die Schüler aufgrund der unterschiedlichen Sprachen gar nicht unterhalten konnten.

Auch Klaus Rübesamen bekam die gute Laune aus erster Hand mit. Nach seinen Begrüßungsworten schlich ein Jung-Pennäler an ihm vorbei und lobte: „Gute Rede, Bürgermeister.“ Kesse Worte für einen Viertklässler. Wenn es nach den erwachsenen Beteiligten geht, soll diese Heiterkeit die ganze Woche anhalten. „Die nächsten fünf Tage sollen auch dazu dienen, Freundschaften zu schließen“, sagt die Schulleiterin Elke Kuik-Janssen.

Das Programm ist picke-packe-voll. Der Montagnachmittag war noch reserviert fürs Kennenlernen. Auf dem Gelände der Jugendherberge in Nordenham, wo die französischen Gäste untergebracht sind, stand gemeinsames Rumtoben auf der Zu-Erledigen-Liste. Wo die Gäste im nächsten Jahr untergebracht sind, wenn die Jugendherberge für immer geschlossen hat, steht noch nicht fest. Der Freundeskreis Petit Caux sucht nach einer Lösung.

An diesem Dienstag besuchen die Zehn-bis Elfjährigen den Jaderpark. Mittwoch folgt eine Reise zum Museumsdorf in Cloppenburg, ehe am Donnerstag ein Stadtbummel in Bremerhaven ansteht. Den Freitagnachmittag verbringen die französischen Kinder in Gastfamilien. Ab 17 Uhr findet dann die Abschlussfeier in der Grundschule statt. Danach machen sich die 48 Gäste auf die rund elfstündige Heimreise, die – genau wie Anreise – bis zum nächsten Morgen dauern wird.

Der normale Stundenplan ist in dieser Woche ausgesetzt. Dass die Kinder deswegen zu viel Unterrichtsstoff verpassen könnten, sieht Elke Kuik-Janssen nicht so. „Es ist eine andere Form von lernen“, meint sie.

Das Aufeinandertreffen mit Gleichaltrigen aus einem anderen Land könne nur förderlich sein. Das Alter sei perfekt dazu geeignet. „Die Kinder sind noch jung, und sie sind deswegen offen, aufgeschlossen und unbefangen“, sagt Elke Kuik-Janssen.

Um die insgesamt 80 Schüler bändigen zu können, sind viele Helfer nötig. „Das ganze Kollegium bringt sich ein. Sonst ginge es gar nicht“, erklärt Elke Kuik-Janssen. Ein ähnlicher personeller Einsatz ist auch nötig, wenn die Rodenkircher vom 12. bis zum 16. Juni zum Gegenbesuch aufbrechen. Aber letztlich profitieren alle von diesem kulturellen Austausch.