Bockhorn - Die Bockhorner CDU will die Entscheidung über die Einrichtung einer Integrierten Gesamtschule (IGS) im Südkreis vertagen lassen. Sie treibt die Sorge um den Bestand der Bockhorner Oberschule um. Der Vorsitzende des CDU-Ortsverbandes und stellvertretende Bürgermeister Thorsten Krettek erklärte am Dienstag dazu: „Nach dem Willen der rot-grünen Mehrheitsgruppe im Kreistag soll es künftig zwei IGS im Südkreis geben, ab 2014 in Zetel, ab 2015/16 in Varel. Wir lehnen dieses Ansinnen entschieden ab.“

Krettek führte aus, dass die Elternbefragung lediglich ein Potenzial für eine vierzügige IGS ergeben habe: „Selbst die Schulbehörde sieht keine Möglichkeit für eine fünf- bis sechszügige IGS, erst recht nicht für zwei Einrichtungen dieser Art im Südkreis. Wie soll das Ganze funktionieren, wenn nicht durch massives Wildern bei anderen Schulen. Die Standorte in Bockhorn, Obenstrohe, Sande und Hohenkirchen werden als erste auf dem Altar dieses ideologischen Blindfluges geopfert.“

Vorstand und Ratsfraktion des CDU-Gemeindeverbandes Bockhorn seien nicht bereit, eine solche Entscheidung hinzunehmen: „Unsere Oberschule gehört zu unserer Gemeinde, dort wird hervorragende Arbeit geleistet. Im Kreistag sollen innerhalb einer Woche weit reichende Entscheidungen durchgepeitscht werden ohne Rücksicht auf Verluste.“

Also fordert Thorsten Krettek die Vertagung: „Die aktuelle Debatte hat ergeben, dass noch viele Fragen zu klären sind. Selbst zum ursprünglichen Plan des Landkreises, der Einrichtung einer IGS in Zetel, gibt es noch keine Kostenabschätzung.“ Ebenso läge noch keine Stellungnahmen der Bildungsregion Friesland vor. Und weiter: „Für zwei IGS im Süden gibt es weder eine Schulentwicklungsplanung noch eine Aussage der Schulbehörde.“

Krettek fasst zusammen: „Jeder Kreistagsabgeordnete, der trotz der vielen offenen Fragen für den rot-grünen Antrag die Hand hebt, steht in der Verantwortung, wenn in wenigen Jahren in der Bockhorner Oberschule die Lichter ausgehen.“